Deutlich gestiegene Personalkosten, Verluste aus einer Kraftwerksbeteiligung: Die Stadtwerke Dachau schließen das Geschäftsfjahr 2018 mit einem Verlust ab.

Deutlich gestiegene Personalkosten, Verluste aus einer Kraftwerksbeteiligung: Die Stadtwerke Dachau schließen das Geschäftsfjahr 2018 mit einem Verlust ab.

Bild: © uschi dreiucker/pixelio.de

Die Stadtwerke im bayerischen Dachau haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem Minus von 1,6 Mio. Euro abgeschlossen (Vorjahr: + 244.000 Euro). Der Umsatz blieb mit 66 Mio. Euro stabil. Als Hauptgrund für das Defizit sieht der kaufmännische Werkleiter Robert Haimerl die zu hohen Personalkosten von mittlerweile 1,3 Mio. Euro pro Jahr. Um diese in den Griff zu bekommen, müssten die Stadtwerke "den Betrieb so organisieren, dass wir ohne wesentliche Neueinstellungen auskommen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus Haimerls Ausführungen in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses.

ÖPNV: Stadtwerke müssen Gelder vorschießen

Allein 2018 sind die Personalkosten des Kommunalversorgers um 13 Prozent gestiegen. Erschwerend hinzu kommen die strukturell bedingten Defizite im ÖPNV. Im kommenden Jahr erfolgt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 die Umstellung auf den Zehnminutentakt im Linienbusnetz. Hierfür müssen die Stadtwerke zwölf neue Erdgasbusse anschaffen und die Infrastruktur weiter ausbauen. Die hierzu benötigten Gelder müssen die Stadtwerke vorschießen.

Bürgerentscheid verpflichtet Stadt zu Kohleausstieg

Aber auch die Beteiligung der Stadtwerke Dachau am Steinkohlekraftwerk der Stadtwerkekooperation Trianel in Lünen sorgte zum wiederholten Male für Diskussionsstoff. Auf dieses  konventionelle Asset entfällt jedes Jahr ein Verlustbeitrag. Ein Bürgerentscheid verpflichtet Dachau eigentlich seit neun Jahren, keine Beteiligungen mehr an Kohlekrafwerken zu halten.

Anteil an Lünen ließ sich nicht verkaufen

Doch für den Anteil an dem Kraftwerk in Lünen in Höhe von 0,53 Prozent fand sich bisher kein Käufer. Der einzige Interessent, den es je gegeben habe, verlangte eine inakzeptabel hohe Summe, so Michael Eisenmann vom Bündnis für Dachau. Die Stadtwerke hätten sämtliche voraussichtliche Defizite aus der Kraftwerksscheibe für die nächsten 20 Jahre übernehmen müssen. Sprich: Der Kommunalversorger hätte zusätzlich zu dem Anteil noch einen Millionenbetrag drauflegen müssen. "Wir haben es einstimmig abgelehnt, weil es nicht wirtschaftlich ist", ergänzte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD).

Hohe Eigenkapitalquote

Finanziell stehen die Stadtwerke Dachau mit einem Eigenkapital von 53,9 Mio. Euro und einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent gut da. Auch investiert wurde im vergangenen Jahr kräftig, beispielsweise insgesamt knapp fünf Mio. Euro in Flächen für den neuen Trinkwasserbrunnen in Dachau-Ost und in das Hallenbad sowie den Ausbau des Glasfasernetzes. Haimerl hält es für realistisch, dass bald wieder Jahresüberschüsse generiert werden. Deshalb wird der Fehlbetrag aus 2018 auch nicht mit dem Eigenkapital verrechnet, sondern auf das nächste Jahr vorgetragen. (hoe)

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