Die Stadtwerke im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber (SWR) haben im Geschäftsjahr 2018 einen Jahresüberschuss von 2,015 Mio. Euro erzielt (Vorjahr: 939.000). Die deutliche Steigerung um 141 Prozent ist in erster Linie einem Sondereffekt zu verdanken. Ausschlaggebend war hier die Beteiligung der Stadtwerke Heidenheim Wärmeservice GmbH – eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Heidenheim AG-Unternehmensgruppe – an der SWR Energie Service Bau GmbH.
Diese führte zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag von 1,36 Mio. Euro. Die Stadtwerke Heidenheim haben seit April 2015 auch die Betriebs- und Geschäftsführung der SWR inne. Zwischen 2014 und 2018 ist laut Pressemitteilung der Jahresüberschuss der Stadtwerke Rothenburg um 234 Prozent gestiegen – vor allem aufgrund der in ersten Geschäftsjahren der Kooperation gehobenen Synergien.
Profitiert hat das Querverbundunternehmen im Jahr 2018 erneut von der Ausweitung des Energievertriebs auf das gesamte Bundesgebiet. Die nutzbare Stromabgabe stieg von 37,3 Mio. kWh im Jahr 2017 auf 40,8 Mio. kWh, dies hängt mit der anhaltenden Neugewinnung von Kunden außerhalb des eigenen Netzgebietes zusammen. Die nutzbare Gasgabe hingegen ging von 86,6 Mio. kWh auf 78,2 Mio. kWh zurück.
Neben Strom und Gas zählen Wasser und Wärme zu den Säulen des Geschäfts des kleinen kommunalen Versorgers, gleichzeitig werden mit Wärmecontracting und erneuerbaren Energien aber auch neue Geschäftsfelder erschlossen. Die Umsatzerlöse lagen bei insgesamt 19,6 Mio. Euro, die Investitionen bei 4,9 Mio. Euro.
Beteiligung an Solar- und Windpark
So bauten die SWR ihr Erneuerbaren-Portfolio im vergangenen Jahr weiter aus und beteiligten sich mit zehn Prozent an der HSW Windpark Ahorn-Buch GmbH & Co. KG sowie mit 10,7 Prozent an dem Solarpark Dingolfing. An beiden Anlagen halten auch die Stadtwerke Heidenheim eine Beteiligung. Allein aufgrund verschiedener Engagements bei Windparks und Solaranlagen wurden dem Portfolio der SWR 10,5 Mio. kWh an Ökostrom gutgeschrieben.
"Auch im Jahr 2018 haben wir viel erreicht. Es war ein gutes Geschäftsjahr mit einem ausgezeichneten Ergebnis", fasste der Sprecher der Geschäftsführung der SWR und Vorstand der Stadwerke Heidenheim AG-Unternehmensgruppe, Dieter Brünner, zusammen.
Die Stadtwerke Heidenheim verfügen über langjährige Expertise in der Projektierung von Erneuerbarenanlagen, das Portfolio der Unternehmensgruppe umfasst mittlerweile mehr als 132 MW. Dieses Know-how bildet nun auch die Grundlage für ein ambitioniertes Energiekonzept in Rothenburg ob der Tauber. Das Ziel: Bis 2020 wollen die SWR ihr Beteiligungsportfolio an Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung ausbauen und bei entsprechender Wirtschaftlichkeit weitere eigene regenerative Erzeugungskapazitäten aufbauen.
Diese sollen den Stromverbrauch aller Haushalts- und Gewerbekunden in der rund 11.000 Einwohner umfassenden Kleinstadt Rothenburg abdecken. Hierfür ist ein Gesamtbudget an Eigenmitteln im Umfang von 15 Mio. Euro vorgesehen, rund 3,6 Mio. Euro davon flossen bereits in diverse Beteiligungsprojekte. (hoe)



