Die TEAG-Hauptverwaltung in Erfurt.

Die TEAG-Hauptverwaltung in Erfurt.

Bild: © TEAG

Der Thüringer Regionalversorger Teag hat seinen Jahresüberschuss im vergangenen Jahr auf 77,3 Mio. Euro gesteigert. Das ist ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Umsatzerlöse legten deutlich zu und zwar um 140 Mio. Euro auf insgesamt 1,848 Mrd. Euro. Der Teag-Aufsichtsrat empfahl eine Ausschüttung von 20 Euro pro Aktie aus dem Bilanzgewinn. Das 2013 rekommunalisierte Unternehmen gehört mehrheitlich rund 800 Gemeinden und Städten in Thüringen.

"Wir haben im schwierigen energiewirtschaftlichen Umfeld erneut ein stabiles Ergebnis erwirtschaftet", erklärte Teag-Vorstandssprecher Stefan Reindl. Angesichts der aktuellen Lage bleibe jedoch keine Zeit zur Rückschau. "Die Corona-Krise fordert uns auf allen Ebenen. Wir haben binnen kürzester Zeit das gesamte Unternehmen den Corona-Bedingungen angepasst“, erklärte Reindl. Der Großteil der Mitarbeiter arbeite im Homeoffice.

Feldbetten für Netzleitstelle stehen bereit

Auch für eine mögliche Verschärfung der Situation durch Corona-Pandemie sieht der Teag-Chef das Unternehmen gerüstet. So wurden für die Mitarbeiter der TEN-Netzleitstelle Möglichkeiten geschaffen, um - wenn es sein muss - für Wochen in ihrer Leitwarte zu arbeiten. „Im Extremfall kann es notwendig werden, gerade die Spezialisten der Netzführung aus der Netzleitstelle mit allen Mittel vor einer Corona-Ansteckung zu schützen. Dafür halten wir Feldbetten bereit, es gibt Sanitärräume mit Duschen und Ruheräume. Selbstverständlich ist auch für Essen und Trinken gesorgt, falls es wirklich soweit kommen sollte, dass unsere Mitarbeiter hier in Kasernierung gehen“, sagt Reindl. 

Die Netztochter TEN sei auch in der Lage, die Netzleitstelle in kürzester Zeit an einen anderen Ort zu verlegen. Damit wäre es möglich, das Netz von zwei Stellen aus zu steuern - und so die persönlichen Kontakte der Dispatcher zu reduzieren und damit die Ansteckungsgefahr.  

Fordernde Situation im Energiehandel

Sehr einschneidend seien auch die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Energiemarkt respektive Energiehandel in Deutschland. Durch die Schließung vieler Industriebetriebe und auch durch den großflächigen Übergang zur Kurzarbeit ist der Verbrauch von Strom und Gas zurückgegangen. „Die nicht abgenommenen Energiemengen der Großkunden kommen wieder zu den Händlern und dem Vertrieb der Teag zurück“, erläutert Stefan Reindl. Diese Energie sei üblicherweise bereits Monate oder Jahre im Voraus eingekauft zu den damals gültigen Preisen.

Jetzt seien die Preise durch das Überangebot jedoch gefallen und die Mengen ließen sich nur schwer ohne Abschläge wieder verkaufen. Diese Entwicklung betreffe alle Energieversorger, deshalb seien die Strom- und Gashändler sowie die Teag-Finanzabteilung auch in diesen Tagen entsprechend gefordert. (hoe)

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