Das auf die Installation von Heizungen und Wärmepumpen spezialisierte Unternehmen Thermondo setzt seinen Wachstumskurs durch eine Übernahme fort. Das Clean-Tech übernimmt den PV-Installateur Febesol. Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, die Transaktion soll in den nächsten Wochen vollzogen werden.
Damit wächst Thermondo auf einen Schlag um 160 auf dann knapp 1000 Mitarbeitende. Ziel des Kaufs ist vor allem, künftig Komplettpakete, bestehend aus Wärmepumpen und Photovoltaik, anbieten zu können.
Febesol mit starker Marktposition in Süddeutschland
"Wir wollen Wohnen für Hausbesitzer klimaneutral machen. Der wichtigste Hebel dafür ist die Wärmepumpe - und die beste Ergänzung dazu ist eine Photovoltaikanlage. Wir wollen Hausbesitzern in ganz Deutschland beides aus einer Hand in höchster Qualität anbieten",sagtPhilipp Pausder, Gründer und CEO von Thermondo.
Febesol wurde von Daniel Fellhauer gegründet. Das Unternehmen hat sich laut Pressemitteilung in den letzten 15 Jahren in einem sehr kompetitiven Marktumfeld sehr erfolgreich entwickelt und soll führend bei Photovoltaik-Installationen in den Regionen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen sein.
Viele Wärmepumpen-Kunden sind an PV-Anlage interessiert
"Philipp Pausder hat mit Thermondo eines der erfolgreichsten Installationsunternehmen in Europa geschaffen. Febesol wird mit den neu errungenen Möglichkeiten diese Erfolgsgeschichte bereichern und noch beschleunigen können", erklärte Daniel Fellhauer, CEO und Gründer von Febesol.
Thermondo hat nach eigenen Angaben seit Gründung 2013 insgesamt über 40.000 alte Heizungen durch effizientere Geräte ausgetauscht und seit dem Launch der Wärmepumpe im Juni 2022 bereits über 4.000 Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern bundesweit installiert.
Die Ergänzung durch Photovoltaik biete Wachstumschancen, heißt es. 35 Prozent der Thermondo-Kund:innen seien am Kauf einer PV-Anlage interessiert. Eine Photovoltaik-Anlage könne selbst in kälteren Jahren rund 30 Prozent des Energiebedarfs einer Wärmepumpe mit eigens erzeugten Strom decken – so könnten Hausbesitzer:innen jedes Jahr mehrere Hundert Euro an Stromkosten sparen.
Gemeinsame Niederlassungen und Ausbau des Geschäftsgebiets geplant
Febesol hat nach Angaben des Unternehmens seit der Gründung über 6.000 PV-Anlagen in der Region verbaut und in den vergangenen Jahren seinen Marktanteil stetig ausgebaut. Das Unternehmen biete die Planung und Vermessung vor Ort über Elektrikerarbeiten und die Installation bis hin zur eigenständigen Inbetriebnahme von PV-Anlagen aus einer Hand an. Ähnlich wie Thermondo setze Febesol dabei auf effiziente, arbeitsteilige und skalierbare Prozesse.
Thermondo will das Geschäftsgebiet von Febesol in den nächsten Monaten und Jahren schrittweise erweitern. Geplant sind für die Expansion zunächst gemeinsame Niederlassungen in Gebieten mit Installationsteams beider Unternehmen und einer hohen Kaufkraft. Gemeinsames Ziel ist es, deutschlandweit Kund:innen, die Installation aller Anlagen für klimaneutrales Wohnen aus einer Hand anzubieten. Dazu zählen Wärmepumpe, Photovoltaik, Wallbox und Home Energy Management Systeme (HEMS).
Energiewende im Bestand als Wachstumsmarkt
Thermondo sieht großes Wachstumspotenzial mit Energiedienstleistungen im Immobilienbestand in den nächsten Jahren. Die Energiewende im Bestand sei ein Wachstumsmarkt. Bis 2030 sollen in Deutschland sechs Millionen Wärmepumpen und 215 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert sein.
Nötig seien dafür Stand heute ein jährlicher Einbau von rund 600.000 Wärmepumpen sowie eine Verdreifachung von installierten Solaranlagen von 7,5 Gigawatt im Jahr 2022 bis zu 22 Gigawatt jährlich ab 2026. Etwa die Hälfte dieser PV-Anlagen soll auf Hausdächern verbaut werden, die andere Hälfte auf Freiflächen.
Das Cleantech beschäftigt bundesweit über 800 Mitarbeitende, davon sind über 500 Handwerker:innen. Zu den Investoren des Unternehmens gehören gehören Brookfield, Future Energy Ventures, HV Capital, Vorwerk, Rocket Internet und 10x. (hoe)



