Die Stadtwerke Tübingen bündeln die THG-Quote ihrer Haushaltskunden mit Ökostromvertrag und vermarkten sie weiter. (Symbolbild)

Die Stadtwerke Tübingen bündeln die THG-Quote ihrer Haushaltskunden mit Ökostromvertrag und vermarkten sie weiter. (Symbolbild)

Bild: © Hendrik Schmidt/dpa

Es kommt immer mehr Schwung ins Geschäft mit der sogenannten Treibhausminderungsquote, kurz THG-Quote. Nach Regionalversorgern wie N-Ergie und ESWE locken nun beispielsweise auch die Stadtwerke Tübingen Elektroautofahrer mit einer Prämie.

Ihr Angebot: Wer ein vollektrisches Fahrzeug fährt und zugleich einen Haushaltskunden-Ökostromtarif beim Kommunalversorger abgeschlossen hat, erhält 250 Euro pro Jahr.

THG-Quote erklärt

Die THG-Quote ist ein gesetzlich verankertes Klimaschutzinstrument. Ziel ist es, Treibhausgase im Verkehrssektor zu senken.

In der Praxis heißt dies, dass Mineralölunternehmen, die CO2-ausstoßende Kraftstoffe wie Diesel und Benzin verkaufen, beim Kraftstoffverkauf jährlich festgelegten CO2-Grenzwerten unterliegen.

Energieversorger als Dienstleister

Überschreiten sie diese Werte, können sie den Überschuss durch den Einsatz von Biokraftstoffen oder den Erwerb von THG-Einsparungen, etwa von emissionsfrei fahrenden Elektroautos, ausgleichen. Ladesäulenbetreiber konnten schon länger von THG-Quoten profitieren. Dieses Jahr gibt es aber eine Neuerung: Denn nun können auch Elektroautofahrer selbst Geld für die eingesparten CO2-Emissionen erhalten. (Die ZfK berichtete.)

Das eröffnet auch für Energieversorger eine neue Vertriebschance: Sie können in die Rolle des Dienstleisters schlüpfen. Die Stadtwerke Tübingen etwa bündeln die THG-Quote ihrer Haushaltskunden mit Ökostromvertrag und vermarkten sie weiter, wie sie in einer Presseaussendung ausführen.

Unterschiedlich hohe Prämien

Zudem erledigen sie alle administrativen Prozesse. Die Kunden müssen sich zuvor lediglich für die THG-Quote registrieren, was nach Tübinger Angaben nur wenige Minuten in Anspruch nehmen soll.

Die Prämien fallen dabei von Versorger zu Versorger durchaus unterschiedlich aus. Die Wiesbadener ESWE wirbt mit bis zu 250 Euro pro Jahr und die Nürnberger N-Ergie mit 300 Euro. Energiekonzern Eon bietet ebenso 300 Euro, Ökostromanbieter Lichtblick bis zu 345 Euro jährlich und Speicherpionier Sonnen maximal 350 Euro.

THG-Quote

Dabei sind sie bei Weitem nicht die Einzigen, die die THG-Quote in ihren Vertrieb aufgenommen haben. Nach ZfK-Recherchen werben Stadtwerke von Konstanz über Ingolstadt und Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) bis Oranienburg (Brandenburg) und Husum (Schleswig-Holstein) mit entsprechenden Prämien. (aba)

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