Die Stadtwerke-Kooperation Trianel mit Sitz in Aachen kann im Juni auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken. „Als Kind der Liberalisierung hat sich Trianel zu einem der größten unabhängigen kommunalen Handels- und Beschaffungshäuser entwickelt“, stellte Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH, auf einem Pressegespräch anlässlich des runden Jubiläums fest. Mit viel Energie ist aus einem Handelshaus dann ein Projektentwickler für kommunale Erzeugungsprojekte und ein Dienstleistungsunternehmen für Stadtwerke geworden.
Das Geschäftsmodell von Trianel hat seinen Markt gefunden, das belegen die Zahlen. Der Jahresumsatz hat sich von 4,3 Mio. Euro im Jahre 1999 auf 3,06 Mrd. Euro 2017 entwickelt, die Zahl der Beschäftigten liegt nach einem kleinen Dämpfer im Jahre 2017 bei gut 300. Das könnte mit dem einzigen Jahresverlust in 20 Jahren zusammenhängen, der 2016 anfiel und der durch Belastungen aus den konventionellen Erzeugungsprojekten verursacht wurde. Viele dieser Belastungen ergeben sich aus der in Deutschland sehr plötzlich durch der Politik verordneten Energiewende.
Restrukturierung in Richtung digitalisierter Märkte
Für Trianel stand in den Jahren 2017 und 2018 eine Phase der Restrukturierung an, die dazu führte, dass das Handelshaus wieder in der Gewinnzone zurückgekehrte. „Die Idee, die Interessen von Stadtwerken zu bündeln und gemeinsam neue Herausforderungen anzugehen, hat sich bewährt“, resümiert Christian Becker, Vorstand der Stadtwerke Aachen (STAWAG) und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. „Trianel hat die Liberalisierung geprägt und immer wieder neue Impulse in den Markt und für Stadtwerke gegeben.“
„Trianel hat zwei bis drei harte Jahre hinter sich“, bestätigt auch Oliver Runte, Geschäftsführer der Trianel. „Heute sind wir gut aufgestellt, um Stadtwerken neue Angebote für die Digitalisierung der Energiewirtschaft und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien anzubieten.“ So wie Trianel ab 1999 in der Liberalisierung die Synergien im Handel für Stadtwerke erschlossen habe, stünden, so Runte weiter, heute die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung offen, um auch in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit von Stadtwerken zu stärken.
Unternehmerisches Versuchslabor für Stadtwerke
„Pionierarbeit hat Trianel insbesondere bei der Entwicklung kommunaler Erzeugungsprojekte geleistet“, stellt Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum und Vorsitzender des Trianel-Aufsichtsrates fest. Er denkt hier insbesondere an das erste kommunale Gaskraftwerk in Hamm und den ersten rein kommunalen Offshore-Windpark Borkum. „Trianel hat eine unternehmerische Funktion für Stadtwerke: man unternimmt etwas, findet neue Themen, kann auch mal ins Risiko gehen“, bestätigt Christian Becker. (sig)



