Nachhaltige Energieversorgung plus nachhaltige Geldanlage: Mit einer Beteiligung an der Technische Werke Schussental GmbH & Co. KG (TWS) können Bürger laut einer Pressemitteilung des kommunalen Unternehmens beides verbinden. Nun startet der Energiedienstleister die dritte Auflage an Genussrechten. Der Einstieg ist mit Beträgen zwischen 1.000 Euro und 50.000 Euro für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Organisationen möglich.
"Seit 2013 bieten wir den Menschen in der Region diese Form der Unternehmensbeteiligung an. Dieses Angebot ist uns wichtig, denn es verwurzelt uns dort, wo wir arbeiten", erläutert TWS-Geschäftsführer Andreas Thiel-Böhm. Für die neue Auflage der Genussrechte bietet die TWS eine jährliche Verzinsung von 1,5 Prozent; wer TWS Naturstrom bezieht, bekommt 1,7 Prozent Zinsen pro Jahr.
65 Mio. Euro zusätzlich investiert – 10 Mio. Euro neue Genussrechte
Zusätzlich erhalten alle Inhaber von Genussrechten eine Gewinnbeteiligung an der Stromerzeugungssparte des Unternehmens. In diese hat die TWS in den letzten Jahren rund 65 Millionen Euro mit Hilfe des zusätzlichen Kapitals aus den Genussrechten investiert – und zwar ausschließlich in Anlagen, die Strom aus regenerativen Energien erzeugen. Das neue Geschäftsfeld schreibe inzwischen schwarze Zahlen, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.
Insgesamt rund 2 Mio. Euro habe die TWS an ihre Genussrechtsinhaber zwischen 2014 und 2019 ausgeschüttet. Nun stünden neue Genussrechte in Höhe von zehn Millionen Euro zur Zeichnung bereit. Ein Vorkaufsrecht haben laut Unternehmensangaben in den vergangenen Tagen bereits etliche Bürger wahrgenommen, die schon mit der ersten Emission Genussrechte an der TWS erworben hatten.
Thiel-Böhm: Großer Vertrauensbeweis
Dies wertet Thiel-Böhm als großen Vertrauensbeweis. Denn die TWS habe sich gezwungen gesehen, die erste Beteiligung nach siebenjähriger Laufzeit wegen der allgemeinen Zinsentwicklung zu kündigen, heißt es in der Pressemitteilung.
Thiel-Böhm führt das hohe Interesse an dem neuen Angebot zum einem auf den festen Zinssatz zurück, der nach wie vor über dem marktüblichen Zins liege. Zum anderen biete die Unternehmensbeteiligung einen echten Zusatznutzen, denn immer mehr Menschen machen sich Gedanken über die Tragweite ihres Tuns auch bei der Geldanlage. "Wir engagieren uns für die Energiezukunft. Dabei wollen wir die Bürger mitnehmen, sie daran beteiligen", hält der TWS-Geschäftsführer fest. So seien gerade Investitionen in erneuerbare Energien der wichtigste Hebel für den Klimaschutz, für den sich die TWS seit ihrer Gründung engagiere.
Hohes Interesse auch in Halle
Großes Interesse an einer Bürgerbeteiligung im Bereich Energiewende verzeichnen auch die Stadtwerke Halle. Innerhalb von 14 Tagen seien bei dem neuen Beteiligungprojekt des Tochterunternehmens EVH GmbH an Erneuerbare-Energien-Anlagen über 1 Million Euro gezeichnet worden, teilte das kommunale Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Eine Zeichnung ist von 500 Euro zu 5000 Euro möglich. EVH-Kunden erhalten aus der Einlage jährlich 2,3 Prozent Zinsen, alle anderen 1,3 Prozent. (hcn)



