Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper erwartet hohe Nachzahlungen aus Großbritannien

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Beim Stromkonzern Uniper haben die Arbeitnehmervertreter vor einer feindlichen Übernahme durch den finnischen Mehrheitsaktionär Fortum gewarnt. «Wir fordern den Uniper-Vorstand auf, einem erneuten feindlichen Übernahmeangebot eine klare Absage zu erteilen und keine Verhandlungen diesbezüglich zu führen», sagte der Vorsitzende des Uniper-Europabetriebsrats, Martin Krimphove, am Donnerstag. Die Uniper-Beschäftigten würden sich einem solchen Vorgehen von Fortum «vehement widersetzen».

Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften hielten aber an ihrem Angebot einer kooperativen Zusammenarbeit fest, wenn Fortum von einem feindlichen Übernahmeangebot Abstand nehme und zusichere, Uniper nicht zu zerschlagen, betonte der Betriebsratsvorsitzende.

Uniper-Aufsichtsrat traf sich mit Lundmark

Uniper ist einer der großen europäischen Stromerzeuger. In Deutschland betreibt er zahlreiche Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke. Der frühere Mutterkonzern Eon hatte seine Restbeteiligung an Uniper von rund 47 Prozent im vergangenen Jahr gegen den Widerstand des Uniper-Managements an Fortum verkauft. Die Finnen haben ihren Anteil an Uniper mittlerweile auf 49,99 Prozent erhöht. Weiter aufstocken können sie derzeit nicht, weil die russische Anti-Monopolbehörde dies blockiert. Fortum möchte die Hürde aus dem Weg räumen lassen.

Die Uniper-Betriebsräte werfen Fortum-Chef Pekka Lundmark vor, die Mitarbeiter und das Management über seine Pläne im Unklaren zu lassen. Sie hatten bereits Anfang des Monats deshalb einen Brief an Lundmark geschrieben, der in Kopie auch an die finnische Regierung und die Bundesregierung gegangen war. Der finnische Staat ist Hauptaktionär von Fortum. Lundmark hat sich in der vergangenen Woche mit den Uniper-Aufsichtsräten getroffen, wie ein Uniper-Sprecher bestätigte. Zu Inhalten des Gesprächs machte er keine Angaben. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte zuvor darüber berichtet. (dpa/ls)

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