Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat mit dem Verkaufsprozess des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 in Nordrhein-Westfalen begonnen. Dieser umfasse neben der Anlage mit 1.052 MW Leistung sämtliche Anlagen und Flächen auf dem Erbbaugrundstück. Von der Übernahme wäre auch das Kraftwerkspersonal betroffen.
Der Verkauf von Datteln 4 ist Teil der Auflage der EU-Kommission und war eine der Bedingungen zur Genehmigung der staatlichen Beihilfen während der Energiekrise 2022.
Interessentensuche läuft
Der Energiekonzern bittet Interessenten, ihre Angebote bis spätestens 18. Oktober abzugeben. Auch hätten sie die Möglichkeit, Angebote für weitere Grundstücke und andere Infrastruktur am Standort Datteln abzugeben.Die Annahme solcher "optionalen Angebote" liege im alleinigen Ermessen von Uniper, hieß es aus Düsseldorf weiter.
Die von der EU genehmigten Staatshilfen bis zu 34,5 Milliarden Euro waren an strenge Auflagen geknüpft. Die Auflagen sollen den Wettbewerbsvorteil ausgleichen, den Uniper auf dem Markt durch die milliardenschweren Hilfen hat.
Lange Auflagenliste
In Deutschland musste Uniper nicht nur das etwa 2020 in Betrieb genommene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 sowie das Fernwärmegeschäft abgeben. Außerdem musste Uniper das Stromgeschäft in Nordamerika, das Geschäft mit Schiffstreibstoffen im Mittleren Osten, das internationale Helium-Geschäft und ein Gaskraftwerk im ungarischen Gönyu veräußern.
Weiter muss Uniper seine Beteiligungen an zwei Erdgas-Pipelines veräußern: Betroffen ist die Opal-Leitung zwischen Lubmin in Vorpommern und südlicheren Bundesländern wie Brandenburg und Sachsen sowie die BBL-Pipeline, eine Verbindung zwischen den Niederlanden und Großbritannien. Auch die Beteiligungen an einer lettischen Gasgesellschaft und sein Geschäft in Russland unter der Marke Unipro muss Uniper abgeben.
Der Verkauf von Datteln 4 passt in die Erzeugungsstrategie des Konzerns. Uniper beabsichtigt, bis 2040 vollständig CO2-neutral zu sein. Im Jahr 2030 will Uniper mehr als 80 Prozent seiner installierten Kraftwerksleistung zur CO2-freien Stromproduktion nutzen. Dazu transformiert das Unternehmen die eigenen Kraftwerke und Anlagen und investiert in flexible und planbare Anlagen zur Stromerzeugung. (am)



