Mit ihren Endkundentarifen gehören die bundesweiten Vertriebsmarken des Eon-Konzerns, Eprimo und E-wie-einfach oft zu den führenden Anbietern auf den Vergleichsportalen. Bei einigen Postleitzahlen nähern sich diese Vertrebsmarken dem Preisniveau der Angebote ihres Mutterkonzerns Eon. Dies sei allerdings eher eine Ausnahme, betont Katja Steger im Interview mit der ZfK. Grundsätzlich würden die Anbieter ähnliche Sichtweisen allerdings beim Thema "sichere Versorgung" vertreten, sagte sie weiter.
Frau Steger, unter den Top 10 für Stromtarife bei den Vergleichsportalen sind zunehmend dynamische Tarife anzutreffen. Sehen Sie darin eine langfristige Konkurrenz zu Standardangeboten?
Bei den dynamischen Tarifen ist grundsätzlich zu beachten, dass der Absatzpreis aufgrund der Marktpreise deutlich schwanken kann und die Darstellung auf den Portalen beziehungsweise die Vergleichbarkeit nur begrenzt möglich ist.
Zudem hat der Kunde im dynamischen Tarif ja gerade durch sein individuelles Handeln, also durch Verschieben der Nutzungszeit von verbrauchsintensiven Geräten, die Möglichkeit, von besonders günstigen Strompreisen zu profitieren. Dies kann ein Vergleichsportal naturgemäß ebenfalls nicht darstellen.
Sind sie also keine Konkurrenz für die klassischen Sondertarife?
Grundsätzlich werden die dynamischen Tarife zukünftig eine große Rolle spielen. Jedoch muss dazu der Ausbau mit iMSys [intelligenten Messsystemen, Anm. d. Red.] schnell voranschreiten, und die Haushalte müssen mithilfe digitaler Angebote eine erhebliche Nutzungsvereinfachung erfahren. Unser Ziel ist ja nicht, dass massenhaft Kunden selbst auf die Strombörsenpreise schauen und den morgigen Einsatz der Waschmaschine planen müssen. KI-basiertes, kostensenkendes Energiemanagement muss dies im Hintergrund erledigen, und die Steuerung per App so einfach und komfortabel wie möglich sein.
Wie schätzen Sie allgemein die Wettbewerbsfähigkeit Ihrer Preise im Energievertrieb ein?
Kunden wünschen sich von uns einen einfachen, digitalen und damit zeitgemäßen Zugang zu Energie. Wir stehen daher nicht nur für die hohe Wettbewerbsfähigkeit unserer Angebote, sondern auch für Freude am modernen Umgang mit Energie.
Preislich liegen die Tarife von Eprimo und E-wie-einfach mittlerweile nah am Preisniveau von Eon. Wodurch ist das bedingt?
Da die Entgelt- und Umlagenstruktur grundsätzlich für alle Versorger im Markt gleich (hoch) ist, ergeben sich sicherlich Momente ähnlicher Preise. Bei dynamischen Tarifen ist es naturgemäß so, dass beispielsweise Eon, Eprimo und E-wie-einfach dieselben Strombörsenpreise an die Kunden weitergeben. Ich glaube aber nicht, dass dies regelmäßig der Fall ist. Eprimo und E-wie-einfach bieten schon aufgrund ihrer ganz unterschiedlichen Tarifausgestaltung nichts, was sich eins zu eins bei Wettbewerbern finden ließe.
Grundsätzlich ähnliche Sichtweisen bestehen jedoch vermutlich beim Thema "sichere Versorgung" und der sich daraus ergebenden Beschaffung von Energie.
Die Erinnerung an kollabierende Billiganbieter vor rund zwei Jahren wird vielen Verbrauchern noch präsent sein."
Welche Lehren haben Sie aus der Energiekrise für Ihre Beschaffung gezogen?
Wenn Sie, wie beispielsweise Eprimo, sehr stark für preisgünstige Angebote im Markt bekannt sind, ist eine seriöse und sichere Einkaufsstrategie unerlässlich. Die Erinnerung an kollabierende Billiganbieter vor rund zwei Jahren wird vielen Verbrauchern noch präsent sein – und Sie können sicher sein, dass dies bei uns nicht passieren kann.
E-wie-einfach-Kunden erwarten ebenfalls einen zuverlässigen, aber auch sehr flexiblen Zugang zu Energie. Aber natürlich bilden auch hier Versorgungssicherheit und Preisstabilität die Basis für ein gutes und lang andauerndes Kundenverhältnis. Diese Einschätzung hat sich auch durch die Energiekrise nicht verändert.
Das Interview führte Artjom Maksimenko



