Künftig sollen neben PV und Wind auch technologieoffene Innovationen ausgeschrieben werden.

Künftig sollen neben PV und Wind auch technologieoffene Innovationen ausgeschrieben werden.

Bild: © Aris Suwanmalee/AdobeStock

Mit einem Portfolio von über 300 Wind- und Solarparks mit einer Gesamtleistung von über 3.400 MW gehört das Hamburger Unternehmen Encavis zu den größeren Playern in der Branche. Die Nachricht über die Verhandlungen mit dem US-Investor sorgte für einen deutlichen Kurssprung bei Encavis, der im Nebenwerteindex MDax gelistet ist.

Der US-Fondsmanager KKR verwaltet Kapital, das Pensionskassen und Lebensversicherungen unter anderem mit dem Ziel anlegen, einen Wertbeitrag zur Altersversorgung zu leisten.

Kaufpreis 2 Mrd. Euro?

Einem Bericht der Nachrichtgenagentur "Bloomberg" zufolge soll der Wert der Gesellschaft bei über zwei Milliarden Euro liegen, der Abschluss ist bereits in den nächsten Tagen möglich. Zu diesen und weiteren Details wollte sich der Encavis-Sprecher auf ZfK-Anfrage nicht äußern.

Seit dem Jahresbeginn hatte der Aktienkurs von Encavis um 25 Prozent nachgegeben. Den Grund darin sieht der Encavis-Sprecher in der allgemeinen Situation der Energie- und insbesondere der Erneuerbarenproduzenten, die bereits seit gut zwei Jahren unter Druck stehen würden. "Hunderte von Milliarden an Anlagegeldern, die in der Null-/Niedrigzinsphase in unsere Industrie flossen, wandern nun wieder in Staatsanleihen und sorgen für einen permanenten Verkaufsdruck", sagte er zu der ZfK.

Der kontinuierlich wachsende Block an ETFs würde diesen Effekt noch verstärken – ungeachtet der Tatsache, dass die Erneuerbarenproduzenten "ein gigantisches Wachstum in den kommenden zehn Jahren vor sich haben". 

Für den zusätzlichen Druck sorgen außerdem die derzeit fallenden Energiemarktpreise, die zahlreiche Anleger zu den Schlussfolgerungen verleiten, sie würden hier "kein Geld verdienen", oder mit rückläufigen Margen zu kämpfen haben, sagte der Sprecher weiter. Dabei würden sie übersehen, dass auch die Kosten für Solarmodule sowie die Margen der Entwickler noch stärker fallen.

"Wachstums-Case mit europäischer Marktperspektive"

"Allein der Meilenstein zusätzlich 80 GW Windenergieanlagen zu errichten, hat in Deutschland einen Finanzierungsbedarf von 120 Mrd. Euro", kommentierte Ben Schlemmermeier, Geschäftsführer von Caeli Wind, die mögliche Transaktion. Dies sei nur ein Ausschnitt dessen, was die Energiewende insgesamt an Mitteln verlangt. Encavis sei für ihn ein "Wachstums-Case mit einer europäischen Marktperspektive". Ohne Zugang zum internationalen Kapitalmarkt sei der enorme Finanzierungsbedarf der Energiewende nicht zu decken. "Ein finanzstarker Investor ist für die nächste Marktphase des Wachstums sicher ein besserer Eigentümer, als eine vermögende Familie", sagte er zu der ZfK. Sein Appell: Internationale Investoren mit weniger Skepsis betrachten, sondern willkommen heißen. (am)

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