Mittelwerte der ZfK-Umfrage: Wie zutreffend finden Sie die Aussage auf einer Skala von 1 bis 10?

Mittelwerte der ZfK-Umfrage: Wie zutreffend finden Sie die Aussage auf einer Skala von 1 bis 10?

© ZfK

Ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise bei akuten Liquiditätsproblemen des Gasmarktes stellte die Beschaffungsstrategie zahlreicher Versorger auf die Probe. Im Rahmen einer Umfrage unter 40 Versorgern wollte die ZfK wissen, welche Lehren sie nun aus dieser Krise gezogen haben.

Sie mussten in diesem Zusammenhang fünf Aussagen auf einer Skala von eins (trifft gar nicht zu) bis zehn (trifft absolut zu) bewerten (siehe Grafik) und dann ausführlich auf zwei weitere Fragen eingehen. Wie sensibel und komplex das Thema ist, zeigt eine überschaubere Rücklaufquote bei den Anfragen. Einige Versorger wollten zudem auch beim zweiten Teil der Umfrage anonym bleiben.

Heterogenes Meinungsbild

Die Durchschnittswerte täuschen teils über die einzelnen Bewertungen hinweg. So bewerteten einzelne Versorger die Aussage zum steigenden Bedarf nach Flexibilität mit einer "Eins" und einige andere gaben hingegen eine "Zehn" ab. Ähnlich heterogen hatten die Versorger die Perspektive eingeschätzt, eine signifikante Anzahl an "Kunden zu verlieren".

Auch bei der Frage über die Sinnhaftigkeit einer Fortsetzung von Energiepreisbremsen gehen die Meinungen auseinander. Für einige seien sie generell ein "falsches Mittel" gewesen und werden es auch sein, wie es in einer Ergänzung zur Benotung hieß. Die anderen Versorger geben der Aussage bis zu zehn Punkte und wünschen sich die Preisbremsen zurück, um die hohen Beschaffungskosten zu kompensieren.

Bei der Aussage "Um wettbewerbsfähige Endkundenpreise anbieten zu können, müssen wir aktuell auf Teile der Marge verzichten" sind sich die Versorger weitgehend einig. Bis auf eine abweichende Note (1) hat die Aussage mindestens sieben von zehn Punkten bekommen.

Mehr Details und Einblicke in die Strategien der Versorger liefern die Antworten auf zwei Fragen, die die ZfK gestellt hat: "Wie verlagert sich die Gewichtung Ihrer Beschaffungsstrategie nach der Krise?" und "Sind aus Ihrer Sicht Kooperationen und Handelsgemeinschaften bei der Energiebeschaffung besser gegen Energiekrisen gerüstet als Versorger 'als Einzelkämpfer'?"

Einige Versorger sehen Anpassungsbedarf

Zu der ersten Frage gaben die Stadtwerke Emden beispielsweise an, ihr Energiebeschaffungsmodell und ihre Beschaffungsstrategie "in Gänze" zu überarbeiten. Ziel dabei seien schnellere Reaktionsmöglichkeiten auf volatile Marktbewegungen. Die Stadtwerkekooperation Trianel verweist in diesem Zusammenhang auf die wachsende Bedeutung von Prognosen. Sie seien wichtig, um auf den Markt reagieren zu können und sich gegen Schwankungen in einem Energiesystem abzusichern zu können. Mit dem wachsenden Erneuerbarenanteil nehme auch die Bedeutung des Kurzfristhandels zu.  

Die Leipziger Stadtwerke warnen hingegen in der Antwort auf die erste Frage, dass eine ständige Anpassung der Strategie aufgrund von Marktbewegungen eher dazu führt, "dass man dem Markt hinterherrennt und somit nicht wettbewerbsfähig ist". "Das liegt aber nicht daran, dass Energiediscounter im Wettbewerb besser agieren, sondern vielmehr an der Tatsache, dass die kommunalen oder großen Versorger eine Fürsorgepflicht hinsichtlich ihrer Tätigkeit haben."

Zugangsbarrieren für Energiediscounter

Nach den zahlreichen Insolvenzen der Billiganbieter, nach denen die Grundversorger ihre Kunden auffangen mussten, würden nun neue Discounter auf den Markt zurückkehren. "Hier ist eher die Politik gefragt, kommunale Versorger zu schützen beziehungsweise die Zugangsbarrieren für Energiediscounter zu erhöhen, um ein Mindestmaß an Risikomaßnahmen zu gewährleisten", hieß es aus Leipzig.

Bei der Frage nach der Bedeutung von Kooperationen in der Beschaffungskrise gehen die Meinungen der Versorger auseinander. Der Dortmunder Versorger DEW21 sieht darin einen klaren Vorteil, insbesondere für kleinere Versorgungsunternehmen. Auch für die Stadtwerke Hamm bedeutet eine größere Streuung der Handelspartner auch einen Risikoausgleich auf mehreren Schultern sowie eine höhere energiewirtschaftliche Kompetenz.

Für die Stadtwerke Schwäbisch Hall seien Kooperationen "nur bei der Bündelung von sehr kleinen Mengen" sinnvoll, "um diese strukturiert am Markt einkaufen zu können". Grundsätzlich sei der Markt aber liquide und ein durchschnittlicher Versorger sei in der Lage, seine Beschaffungsstrategie an seine Produktlaufzeiten anzupassen. (am)

Der Text mit der Auswertung der ZfK-Umfrage erschien in einer deutlich gekürtzten Fassung mit der Überschrift "Helfen Kooperationen in Krisen?" in der aktuellen ZfK-Printausgabe.

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