Das Geschäftsjahr 2023 hat VNG mit einem bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted Ebit) in Höhe von 447 Mio. Euro abgeschlossen. 2022 lag diese Kennzahl mit minus 205 Mio. Euro im tiefroten Bereich.
Prognose unter Vorjahresniveau
Für 2024 rechnet VNG mit einem Adjusted Ebit in einer Bandbreite zwischen 230 Mio. und 270 Mio. Euro. Das Konzernergebnis wird laut Prognose zwischen 175 und 200 Mio. Euro liegen, heißt es im Geschäftsbericht des Unternehmens. "Alle Geschäftsbereiche haben zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen. Für 2024 ist bereits jetzt absehbar, dass sich diese Gewinnsituation nicht wiederholen lässt", ordnete VNG-Vorstandschef Ulf Heitmüller das positive Ergebnis ein.
Diversifizierung der Importe
Insbesondere die händlerische Nutzung gebuchter Speicherkapazitäten, der Gasvertrieb an Großkunden und das Handelsgeschäft an den europäischen Gasmärkten hätten sich außerordentlich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr sehe sich der VNG-Konzern widerstands- und anpassungsfähiger, heißt es auf ZfK-Anfrage aus Leipzig. Zudem seien 2023 "die extremen Belastungen durch die Gasersatzbeschaffung" für russisches Erdgas entfallen. Auch 2024 werde es sie nicht mehr geben.
Den Bedarf decke VNG nun durch Importe aus Norwegen, Algerien, am Handelsmarkt sowie über den Einkauf von LNG ab. "VNG ist seit Januar 2024 das erste deutsche Unternehmen, das Pipelinegas aus Algerien bezieht", so der VNG-Chef weiter. Generell sei jeder zusätzliche Vertrag ein Baustein für eine zuverlässige und sichere Gasversorgung.
Der Fokus des VNG-Konzerns gelte stets der Transformation des Energieträgers und der Versorgung mit erneuerbaren und dekarbonisierten Gasen. Für den dafür notwendigen Wasserstoffhochlauf seien internationale Kooperationen wichtig. Mit TEH2, einer Tochter der französischen Totalenergies, arbeite VNG am Aufbau einer grünen H2-Partnerschaft mit Chile. Darüber hinaus arbeite VNG an Partnerschaften für den Import grüner Gase, um langfristige Wasserstoff- und Ammoniakprojekte zu realisieren.
Biomethan und Integration von BMP Greengas
Bei dem Transformationsprozess sei Biogas "ein wichtiger Baustein des dezentralen Energiesystems der Zukunft und erhöht schon heute den Anteil grüner Gase im Netz", teilte VNG auf ZfK-Anfrage mit. Als regional erzeugter und grundlastfähiger Energieträger leiste Biogas somit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Eine wichtige strategische Rolle spielt bei diesem Punkt die Übernahme von BMP Greengas, die spätestens Ende des 3. Quartals 2024 erfolgt. Die Gesellschaft soll dabei eigenständig am Münchener Standort als reguläre Marktteilnehmerin erhalten bleiben. Generell habe VNG großes Interesse an einer langfristigen Entwicklung des Biomethanhändlers.
Für die VNG Handel & Vertrieb bedeute das BMP-Biomethanportfolio eine signifikante Erweiterung ihres Biogasgeschäfts sowie eine Beschleunigung ihres Transformationspfads hin zu grünen Gasen. Ende 2023 gab der Mutterkonzern EnBW die Integration der finanziell angeschlagenen BMP Greengas beim Leipziger Unternehmen bekannt. (am)



