Von rund 58 Euro zu Jahresbeginn auf aktuell 1,29 Euro ist der Kurs des Dortmunder Ladesäulenherstellers Compleo Charging Solutions eingebrochen. Die Ankündigung der baldigen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sorgte allein am Dienstag für Kursverluste von bis zu 84 Prozent. Mitte 2021 hatte der Kurs noch bei rund 100 Euro gelegen.
Von dieser Entwicklung betroffen ist auch der in Hannover ansässige Regionalversorger Enercity. Dieser hatte seine Beteiligung am Ladesäulenspezialisten Wallbe Anfang 2021 in die börsennotierte Compleo eingebracht. Im Gegenzug erhielt der Energieversorger 2,5 Prozent der Compleo-Aktien.
„Wie für alle Aktionäre hat sich der Wert der Aktien entsprechend des Aktienkurses entwickelt. Wie wir wissen, verfügt Compleo über Strategien zur Sicherstellung der Liquidität“, teilt ein Enercity-Sprecher auf ZfK-Anfrage mit. Unter anderem würden offenbar vielversprechende Gespräche mit potentiellen Investoren geführt. „Deshalb gehen wir derzeit davon aus, dass Compleo Lösungen finden wird, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen“. Die aktuelle Entwicklung habe keine Auswirkung auf die Finanzlage von Enercity.
Produktion von Compleo soll unvermindert weiter laufen
Auslöser für das anstehende Insolvenzverfahren sind laut Compleo, dass Gespräche über die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Finanzierungsmittel „nicht mehr mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss führen werden“. Das Unternehmen zeigte sich aber zuversichtlich, die nötigen Finanzierungen im neuen Jahr zu erhalten. Die Produktion von Ladesäulen soll unvermindert weiter laufen. Compleo zählt nach eigenen Angaben über 300 Stadtwerke zu seinen Kunden. (hoe)



