Haben gute Aussichten (v.l.n.r.): die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg Karsten Müller-Janßen und Dirk Thole (Vorsitzender).

Haben gute Aussichten (v.l.n.r.): die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg Karsten Müller-Janßen und Dirk Thole (Vorsitzender).

Bild: © SW Flensburg

Von Pauline Faust

Finanziell verlief das vergangene Geschäftsjahr für die Stadtwerke Flensburg weniger gut. Dafür haben die Schleswig-Holsteiner den Wiedereinstieg in den überregionalen Energievertrieb gemeistert, berichtete die Geschäftsführung auf der Bilanzpressekonferenz am vergangenen Freitag.

Das Jahresergebnis nach Steuern (EAT) lag bei 10,5 Mio. Euro (97,3 Mio. Euro weniger als im Vorjahr). "Das Jahr 2023 war von einmaligen Sondereffekten im Beschaffungs- und Handelsgeschäft außerhalb Flensburgs geprägt", erklärt Geschäftsführungsvorsitzender Dirk Thole. Erfreulich sei das unter Plan liegende Ergebnis nicht. Belastet wurde es von Einschränkungen in den Erzeugungsanlagen und dem Stromverteilnetz gegeben, die dazu führten, dass die über den Bedarf in Flensburg geplanten Strommengen nicht produziert werden konnten.

Das Geschäft gehe aber bergauf. Im Jahr 2024 und nach der Überwindung der Energiekrise hat der Flensburger Energieversorger seine Aktivitäten zur bundesweiten Neukundengewinnung wieder stärker in den Fokus gerückt. Der Erfolg zeige sich in einem Kundenzuwachs von 50.000 beim Strom und 40.0000 beim Erdgas. So konnte die Kundenzahl um fast 50 Prozent gesteigert werden. Diese Zuwächse trügen zur Stabilisierung des Geschäftes bei und werden sich vollständig erst in der Bilanz für das Jahr 2025 widerspiegeln.

"Energievertrieb können wir", sagt Thole. Es ist ein Geschäftsfeld, in dem der Versorger sehr gezielt – bis auf Postleitzahlenebene – Preise anbieten könne. "Dabei nutzen wir bewusst die Gegebenheiten vor Ort: Viele lokale Grundversorger haben vergleichsweise hohe Preise in ihrer Grundversorgung", so Thole. "Als Stadtwerke Flensburg profitieren wir von einer starken Marke, die über die Region hinaus bekannt ist". Wenn es also darum geht, bundesweit Neukunden zu gewinnen, seien die Flensburger unter den Stadtwerken auf Platz eins.

Glasfaserausbau fast abgeschlossen

Den Glasfaserausbau wollen die Stadtwerke noch dieses Jahr abschließen und anschließend in die Verdichtung gehen. Der Umsatz in der Sparte stieg um 16 Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Mehr als 16.000 oder 15 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr sind unter Vertrag.

Neue Chefin oder Chef gesucht

Dirk Thole, der als Interimsmanager zu den Stadtwerken gekommen war, wird diese zum Ende des Jahres verlassen. Er möchte künftig näher bei seiner Familie arbeiten.

Thole war 2023 als Ersatz für Dirk Wernicke zu den Stadtwerken gekommen und hatte seinen einjährigen Vertrag bereits einmal verlängert. 2024 wurde ihm Karsten Müller-Janßen als technischer Geschäftsführer an die Seite gestellt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Blumenberg erklärte auf der Pressekonferenz, dass man bereits an der Ausschreibung für die Nachbesetzung arbeite.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper