Der Energieversorger EWE hat einen Plan aufgestellt, um bis 2035 klimaneutral zu werden. Bis dahin sollen die eigenen Emissionen auf null gesetzt werden, kündigte der Oldenburger Konzern an. Das Unternehmen werde dafür mehr als 16 Milliarden Euro investieren - unter anderem in Energienetze, Wasserstoffinfrastruktur, Ladepunkte, klimafreundliche Wärmeversorgung und Glasfaserausbau.
EWE kündigte an, Klimaschutz konzernweit zu verankern. CO2-Emissionen sollen etwa im Einkauf berücksichtigt und künftig auf Rechnungen ausgewiesen werden. Auch die eigenen Produkte sollen überarbeitet werden: Der Energieversorger möchte weg von fossilen Energieträgern hin zu klimafreundlichen Lösungen und Produkten wie grüner Wärme, Elektromobilität, Photovoltaik und Wärmepumpen. Der Plan soll jedes Jahr überprüft und bei Bedarf angepasst werden.
CO2-Emissionen seit 2018 gesenkt
"Klimaschutz ist für uns kein Nebenschauplatz, sondern zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie", erklärt Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. "Mit dem Klimatransitionsplan schaffen wir Transparenz, zeigen konkrete Maßnahmen auf und bekennen uns verbindlich zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Energiezukunft."
"Unsere Verantwortung endet nicht direkt vor unseren Türen", so Dohler weiter. "Wir nehmen auch unsere Lieferanten und Partner mit auf diesen Weg und ermöglichen es unseren Kundinnen und Kunden, ebenfalls diese Richtung einzuschlagen – denn nur gemeinsam kann die Transformation gelingen."
Seit 2018 hat EWE nach eigenen Angaben seine direkten Emissionen um rund 64 Prozent reduziert. Eine entscheidende Rolle habe dabei der Kohleausstieg des Unternehmens im vergangenen Jahr gespielt. Auch die indirekten Emissionen aus zugekaufter Energien seien seit 2018 um etwa 50 Prozent gesunken, teilte das Unternehmen mit. Ab 2035 sollen diese Emissionen vollständig vermieden werden.
Scope 3-Emissionen sind die größte Herausforderung
Die größte Herausforderung sind laut EWE die Emissionen durch eingekaufte Güter und Dienstleistungen sowie durch verkaufte Produkte und Dienstleistungen. Seit 2018 erreichte der Konzern dabei eine Reduktion um 3,9 Prozent. EWE hat es sich bis 2035 zum Ziel gesetzt, dass 50 Prozent des Einkaufsvolumens bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen klimaneutral sind. Die Emissionen durch verkaufte Produkte und Dienstleistungen soll im Vergleich zu 2018 um 65 Prozent reduziert werden.
Der Klimatransitionsplan wird jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst – stets mit Blick auf technologische Entwicklungen und regulatorische Vorgaben. Mehr zu dem Plan finden Sie hier. (hoe/dpa)



