Mit der Entwicklung des Windparks mit zwölf Vestas-Turbinen des Typs V172 auf den vorgeschädigten Waldflächen ist Statkraft bereits seit 2021 beschäftigt, teilten die Kooperationspartner bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung in Siegen mit. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen.
In Erndtebrück betreibt die Bundeswehr ein Luftverteidigungsradar. Diese ursprünglich geplanten Anlagen können bereits ohne Einschränkung militärischer Belange realisiert werden. Nach der Einigung mit einer lokalen Waldgenossenschaft kommt wohl eine weitere Anlage hinzu. Für diese zusätzliche Windturbine steht die Prüfung militärischer Belange aber noch aus.
Finanzielle Anreize für die Gemeinden
Im Einklang mit dem Bürgerenergie-Beteiligungsgesetz des Landes NRW planen die Partner eine umfangreiche wirtschaftliche Beteiligung der Kommunen am Windkraftprojekt. Insgesamt drei Kommunen im Umkreis von 2,5 Kilometern rund um die Windkraftanlagen haben die Kooperationspartner einen finanziellen Bonus zugesichert: Für jede eingespeiste Megawattstunde Windstrom gibt es eine Kommunalabgabe in Höhe von zwei Euro. Je nach Flächenanteil kommt somit ein Betrag von bis zu 270.000 Euro jährlich zusammen.
"Im Gespräch mit den Gemeinden wollen wir weitere individuelle Beteiligungsmöglichkeiten diskutieren", erläuterte Thorsten Müller, Projektmanager Windpark Erndtebrück bei Statkraft, im Gespräch mit der ZfK. So habe die Gemeinde Erndtebrück (Kreis Siegen-Wittgenstein) eine Stiftung initiiert, um Projekte vor Ort zu unterstützen und Vereinslandschaft und Ehrenämter zu fördern.
Mit den Einnahmen aus dem Windpark könnte diese Stiftung dann die nötige finanzielle Hilfe erhalten. Möglich sei aber auch eine finanzielle Beteiligung der Bürger an dem Vorhaben, aber auch viele anderen Optionen, sagte er.
Beteiligungsmodell steigert Akzeptanz
Das Beteiligungsmodell zahle auf die lokale Akzeptanz des Windkraftvorhabens ein, fügte Thomas Mehrer, Geschäftsführer des SVB hinzu. Mit dem Kauf von bis zu zwei Windkraftanlagen will er zudem die Position seines Unternehmens als lokaler Grünstromlieferant in der Region stärken. Auch die Realisierung eines Bürgerstromtarifs sei denkbar.
Aktuell durchläuft das Projekt eine Reihe von technischen Gutachten, die solche Faktoren wie Standfestigkeit, Schallausbreitung und Schattenwurf der Anlagen auswerten sollen. Sollten alle Prüfungen und Genehmigungen erwartungsgemäß verlaufen, werde sich Statkraft voraussichtlich an einer entsprechenden Ausschreibung der Bundesnetzagentur im Jahr 2025 beteiligen, sagte Müller im Gespräch mit der ZfK weiter. Zu den Investitionskosten des Projekts wollte er sich nicht äußern. Angesichts der volatilen Preisentwicklung für Komponenten sei eine verlässliche Aussage derzeit nicht möglich. (am)


