Die sieben Kundencenter der Osterholzer Stadtwerke sind seit 17. März geschlossen.

Die sieben Kundencenter der Osterholzer Stadtwerke sind seit 17. März geschlossen.

Bild: © Screenshot von https://osterholzer-stadtwerke.de

„Unser Fokus liegt derzeit insbesondere darauf, im Störungsfall handlungsfähig zu bleiben und so jederzeit die sichere Ver- und Entsorgung zu gewährleisten“, sagt Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke.

Die aktuelle Situation treffe den Betreiber kritischer Infrastrukturen nicht unvorbereitet. "Wir haben aus Krisen der Vergangenheit, wie seinerzeit der sogenannten ‚Schweinegrippe‘, gelernt und unsere Notfallpläne anhand verschiedenster Szenarien ständig angepasst", so Meyer-Hammerström.

Dezentrale Standorte stabil aufgestellt

Innerhalb des Krisenteams stimme man sich fortlaufend ab. Mit Behörden, Verbänden und anderen Energieversorgern sei man vernetzt und leite je nach Lage die jeweils erforderlichen Maßnahmen ein. "Insgesamt sind wir durch unsere dezentralen Standorte in Lilienthal, Ritterhude und Osterholz-Scharmbeck gut und stabil aufgestellt“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Für die Kunden am sichtbarsten ist die Schließung der sieben Kundenzentren im gesamten Landkreis. Seit 17. März hat der regionale Energieversorger den Kundenservice zum Schutz der Kunden und Mitarbeiter komplett auf Telefon, WhatsApp, Handy und Post umgestellt. Auch weitere verschiedene Tätigkeiten, wie der Wechsel und die Ablesung von Zählern, wurden vorübergehend eingestellt.

Trennung von 40 Prozent der Techniker für Bereitschaftsdienst

Stark eingeschränkt sind demnach auch die Baustellen-Tätigkeiten des regionalen Energieversorgers. Die Kollegen, die in den jeweils kommenden beiden Wochen nach der täglichen Arbeit nach „Feierabend“ im Bereitschaftsdienst bei einer Störung abrufbereit gewesen wären, sind von sofort an von der Tagesarbeit befreit.

Durch diese „Ausgrenzung“ wird das Ansteckungsrisiko im Unternehmen reduziert. Durch diese Schutzmaßnahme fallen 16 von 38 Monteuren, Vorarbeitern, Meistern und Einheitenleitern (rund 40 Prozent) im Tagesgeschäft des Netzbetriebs und auf der Kläranlage aus. Dadurch müssen zahlreichen Aufgaben und Tätigkeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Der Störungsdienst steht unter weiter  täglich rund um die Uhr uneingeschränkt zur Verfügung.

Kantine nur noch für den Netzbetrieb

Auch in den übrigen Unternehmensbereichen gibt es für die Belegschaft zahlreiche Vorsorgemaßnahmen: Eine Kantine steht nur noch den Kollegen aus dem Netzbetrieb zur Verfügung. Dienstreisen und Besprechungen finden nur noch in dringenden Fällen oder über Videokonferenzen in anderen Formaten statt.

Bei anderen Zusammenkünften sollen möglichst nicht mehr als fünf Personen im Raum sein. Eltern können in Absprache mit ihren Vorgesetzten zuhause bleiben.

Maßnahmen beim Verbund

Der größte Stromerzeuger Österreichs ließ vergangenen Freitag den Geschäftsbetrieb weitgehend über Homeoffice abgewickeln. Für Verdachtsfälle wurde ein Meldesystem eingerichtet, dass eine Ausbreitung innerhalb des Unternehmens minimieren  soll.

Wehrfelder haben Vorrang
 
Im Kraftwerksbetrieb wird das Fachpersonal entsprechend regelmäßig geübter Szenarios abgesondert, Teams werden gesplittet. Um unnötige Kontakte zu vermeiden, wurden autonome „Arbeitsinseln“ bei den Kraftwerken geschaffen. "Hier hilft uns, dass wir über Jahrzehnten der Erfahrung mit zentraler Fernsteuerung der Kraftwerke verfügen", so Verbund. Für Stördienste stünden Fachkräfte jederzeit auf Abruf zur Verfügung. Dieses System habe sich seit Jahren bewährt.

Von Einsatzstäben in den Kraftwerksgruppen wurden Prioritäten für laufende Arbeiten festgelegt. Vorrang haben alle Wartungen, die die Sicherheit der Anlagen bei Hochwasser betreffen, beispielsweise Wehrfelder. Natürlich steht dabei die Versorgungssicherheit im Vordergrund. Weniger dringliche Arbeiten werden zurückgestellt, um Reserven aufzubauen.

Dezentrale Teams sichern Stromlieferungen und Kundenplattformen

Beim Stromhandel sorgen dezentrale Teams dafür, dass die Kundenplattformen und Stromlieferungen störungsfrei ablaufen. "Die Ausführung unserer Maßnahmenpläne hat keine Auswirkungen auf unsere strengen Daten- und IT-Sicherheitsstandards", heißt es aus dem Unternehmen.
 
Kunden würden zwar an Zahlungsrückstände erinnert, ihre Energieversorgung werde in dieser "herausfordernden Zeit" aber vom Verbund gestellt.  (sg)
 

 




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