So soll das Energiewerk in Offenbach aussehen.

So soll das Energiewerk in Offenbach aussehen.

Bild: © Energieversorgung Offenbach AG

Die Energieversorgung Offenbach (EVO) AG hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 26,7 Millionen Euro abgeschlossen und damit rund 300.000 Euro unter dem Vorjahresergebnis. Dafür macht EVO zwei Faktoren verantwortlich: geringere Margen aus dem Geschäft mit Fernwärme, Erdgas und Strom sowie höhere Zinszahlungen aufgrund der Investitionen in das Netz und die Erzeugung.

Auch in den kommenden Jahren rechnet der EVO-Vorstandsvorsitzende Christoph Meier zunächst mit rückläufigen Ergebnissen. Erst danach würden sich die getätigten Investitionen in die Großprojekte in der EVO-Bilanz positiv bemerkbar machen.

Eine solche Investition läuft in den nächsten Jahren an. Mehr als 200 Millionen Euro sollen in die sichere und klimaneutrale Wärmeversorgung in der Region fließen, in deren Mittelpunkt ein Energiewerk steht, kündigte die EVO an. Startschuss für die Bauarbeiten des Energiewerks soll bereits in diesem Herbst sein.

Wir bauen einen Ort, der die Energiezukunft der ganzen Region prägen wird.

Die zentrale Säule der künftigen Fernwärmeversorgung soll neue Technologien bündeln, um die Nutzung von Abwärme aus der Abfallverbrennung deutlich zu steigern. Von derzeit 45 soll die thermische Leistung auf künftig 63 Megawatt erhöht werden, ohne, dass mehr Abfälle verbrannt werden müssen. Damit soll das Werk eine Schlüsselrolle bei der Transformation und Versorgungssicherheit der regionalen Fernwärme übernehmen.

Turbinendampf kommt zum Einsatz

Ein wichtiges Projekt ist dabei die sogenannte Turbinenabdampfnutzung, teilte EVO weiter mit. Der Dampf aus den Turbinen werde komprimiert und auf ein Temperaturniveau von 100 bis 120 Grad Celsius gebracht, das für die Fernwärme geeignet ist. Über einen Heizkondensator soll so zusätzliche Wärme von rund 6,5 Megawatt ins Netz eingespeist werden; außerdem ist eine Rauchgaskondensation geplant, um Restwärme aus rund 140 Grad heißem Rauchgas zu nutzen. Die Genehmigungsunterlagen sollen in Kürze eingereicht werden, der Baustart ist spätestens für Oktober vorgesehen.

Abwärme aus dem Rechenzentrum

Parallel baut die EVO auf dem Gelände des ehemaligen alten Kraftwerks eine neue Energiezentrale. Sie soll Wärme aus einer zehn Megawatt starken Wärmepumpe sowie aus zwei Heißwassererzeugern mit zusammen 80 Megawatt liefern und künftig das Kohlekraftwerk am Nordring ersetzen. Zusätzlich wird erstmals Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums genutzt, während eine neue Fernwärme-Transportleitung vom Energiewerk nach Offenbach bereits seit Oktober 2025 im Bau ist.

Mit den Projekten will der Versorger Energie effizienter nutzen und die Fernwärme langfristig klimaneutral machen. Heute versorgt die EVO rund 40 Prozent der Offenbacher Haushalte sowie Teile der Nachbarstädte mit Fernwärme. Die politischen Gremien und die Bürgerschaft unterstützen die Vorhaben laut Unternehmen breit; bereits zuvor hatte die EVO rund 50 Millionen Euro in Umwelttechnik am Energiewerk investiert.

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