Der Preis ist der zentrale Grund für die steigende Wechselbereitschaft von Stromkunden.

Der Preis ist der zentrale Grund für die steigende Wechselbereitschaft von Stromkunden.

Bild: © Gina Sanders/AdobeStock

Stadtwerke und Regionalversorger verlieren ihre Kunden. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Simon-Kucher setzt inzwischen nur noch jeder dritte Haushalt auf seinen Versorger vor Ort.

Die Wechselwilligkeit in Deutschland bewegt sich auf Rekordniveau. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bonner Strategie- und Marketing Consultants "Simon-Kucher & Partners". Demnach zeigt sich ein Drittel (33 Prozent) der Kundschaft offen für einen Anbieterwechsel.

Etablierte Versorger haben dabei stärker mit der Abwanderung ihrer Kunden zu kämpfen als neue Energie-Tech-Anbieter. Bei den etablierten Energieversorgern steigt die Zahl der Kündigungen auf bis zu 46 Prozent. Die neuen Player verlieren ihre Kunden seltener – etwa zu 27 Prozent. "Tradition allein sichert keine Loyalität mehr", erklärte Experte Michael Kässer. Die regionale Verwurzelung schütze nicht automatisch vor Abwanderung, so sein Fazit.

Tradition allein sichert keine Loyalität mehr.

Als einen der zentralen Gründe weisen die Studienautoren die gestiegene Preissensibilität der Endverbraucher aus. Bereits bei Preiserhöhungen zwischen fünf und 15 Prozent reagieren 75 Prozent der Kunden mit einer Kündigung. Entsprechend geht der Anteil langfristiger Kunden von 54 Prozent im Jahr 2024 auf 47 Prozent im Jahr 2025 zurück.

"Entfremdung" als weiterer Trend

Beim Tarifwechsel nutzen über zwei Drittel der Kunden Vergleichsportale (lesen Sie mehr über die Macht der Vergleichsportale in der aktuellen ZFK-Printausgabe). Allerdings bleiben diese Kunden nicht länger bei einem Anbieter. Nach der Erstlaufzeit liegt die Wechselbereitschaft von Vergleichsportalkunden bei mindestens 60 Prozent, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

"Stromverträge über Vergleichsportale liegen im Trend. Die Beziehung beginnt nicht mehr beim Versorger. Nachhaltig ist dieses Geschäftsmodell aber nicht", sagte Senior Director Malte Trukenmüller. Mit der Auslagerung des Kundenzugangs würden die Versorger ihre langfristige Kundenbindung riskieren, warnt der Experte.

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