Am Standort des Trianel-Gaskraftwerks in Hamm ist ein dritter, wasserstofffähiger Block geplant

Am Standort des Trianel-Gaskraftwerks in Hamm ist ein dritter, wasserstofffähiger Block geplant

Bild: © Trianel

Der Schweizer Energiekonzern BKW AG mit Sitz in Bern strebt eine Beteiligung von 40 Prozent am geplanten, wasserstofffähigen Gaskraftwerk im nordhein-westfälischen Hamm an. Das Projekt wird gemeinsam mit der Stadtwerke-Kooperation Trianel entwickelt.

"Wir freuen uns sehr, mit einem starken Partner wie der BKW AG das Trianel-Wasserstoffkraftwerk Hamm vorantreiben zu können", kommentiert die Trianel-Pressestelle auf ZFK-Anfrage. Parallel befinde man sich mit weiteren kommunalen Partnern in vertraulichen Gesprächen, um dieses Projekt weiter zu planen.

Bereits im September 2023 hatte die Stadtwerkekooperation ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, am Standort des Trianel-Gaskraftwerks Hamm einen dritten, wasserstofffähigen Kraftwerksblock zu errichten. 

"Realistische Teilnahmechancen" an Auktionen gefordert

"Für die Investitionsentscheidung müssen schnellstmöglich die fehlenden regulatorischen Rahmenbedingungen verabschiedet werden", so Trianel weiter. Entscheidend sei, dass die Ausschreibungsbedingungen im Rahmen der Kraftwerksstrategie so ausgestaltet würden, dass Investitionen tatsächlich ausgelöst werden können. "Wenn die Ausschreibungsbedingungen so ausgestaltet werden, dass auch kommunale Unternehmen realistische Teilnahmechancen haben, werden wir wie angekündigt voraussichtlich an den Ausschreibungen teilnehmen", heißt es von Seiten der Trianel.

"Soll die Akteursvielfalt als Stärke der deutschen Energiewirtschaft auch künftig zum Tragen kommen, muss sich das in den Auktionen widerspiegeln", schreibt Trianel-Chef Sven Becker auf seinem Linkedin-Account.

Für kommunale und mittelgroße Akteure seien dabei vor allem drei Punkte zentral:

1.     Ausreichend Vorlauf zwischen Bekanntgabe der Ausschreibungsbedingungen und der finalen Auktion. Hier geht es darum, den Entscheidungsprozessen kommunaler Gremien entsprechend Rechnung zu tragen.
2.     Eine Begrenzung der Zuschläge je Auktionsrunde: Hier geht es darum, dass nicht einige, wenige große Akteure den Großteil der Auktionen gewinnen.
3.     Angemessene Sicherheitsleistungen, damit Investitionen in andere Zukunftsprojekte nicht blockiert werden.

Bei der BKW ist man zuversichtlich, dass das Vorhaben in Hamm die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme erfüllen wird.

BKW setzt auf strategischen Fuel Switch

"Der beschleunigte Kohleausstieg und der massive Ausbau der erneuerbaren Energien machen wasserstofffähige Kraftwerke unverzichtbar, um die Versorgungssicherheit in Europa zu gewährleisten. Wir wollen diese Transformation aktiv mitgestalten", wird Robert Itschner, CEO der BKW, in einer Pressemitteilung zitiert. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen strategischen Fuel Switch von Kohle zu einer weniger CO2-intensiven Stromproduktion beschlossen.

Im Rahmen der Strategie "Solutions 2030" will sich der Energiekonzern künftig vor allem auf die drei Geschäftsfelder Energy Solutions, Power Grid und Infrastructure & Buildings fokussieren. Ziel ist die Entwicklung von Lösungen für alle Themen der Energiewende: Von der erneuerbaren Produktion der Energie über deren Vermarktung und Verteilung bis hin zu ihrer effizienten Nutzung in Infrastrukturen und Gebäuden.

Hierzu will die BKW bis 2030 rund vier Milliarden Franken investieren – die Hälfte davon in der Schweiz. Im Rahmen dieser Strategie hat das Unternehmen vergangene Woche eine Wertkorrektur in Höhe von 110 Millionen Franken auf seine 33-Prozent-Beteiligung am Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven vorgenommen. Die BKW rechnet damit, dass das Kohlekraftwerk im Norden Deutschlands künftig eine geringere Stromproduktion verzeichnen wird. In Kombination mit sinkenden Volatilitäten der Strompreise wird erwartet, dass die Erlöse aus dem Betrieb des Kraftwerks entsprechend zurückgehen.

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