Die Zahl der Lieferantenwechsel für Strom und Gas bleibt in Deutschland hoch. Nur im Rekordjahr 2024 gab es mehr Kundinnen und Kunden, die wechselten. Das geht aus den Daten hervor, welche die Bundesnetzagentur (BNetzA) nun auf der Energiemarktdatenplattform Smard veröffentlicht hat.
"Wir sehen an der weiterhin hohen Anzahl der Lieferantenwechsel, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher vom Wettbewerb am Energiemarkt profitieren", sagt Klaus Müller, Präsident der BNetzA.
Kunden sparen mit Lieferantenwechsel
Laut Smard wechselten im Jahr 2025 rund 6,7 Millionen Haushalte ihren Stromlieferanten. Damit sparten sie insgesamt rund 280 Millionen Euro ein. Ein Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher sei, so die Bundesnetzagentur jedoch bei ihrem Lieferanten geblieben. Zugleich wird der Behörde in diesem Zusammenhang zunehmend von Problemen auf der Verteilernetzebene berichtet, die diesen Lieferantenwechsel erschweren.

Im selben Zeitraum haben laut den Daten ungefähr 2,1 Millionen Haushalte den Gas-Anbieter gewechselt. Dabei ergab sich eine Gesamtersparnis von rund 126 Millionen Euro.

Seit Beginn der Erhebung war 2025 das zweithöchste Wechseljahr. Den historischen Höchststand verzeichnete das Jahr 2024: 6,9 Millionen Haushaltskunden wechselten ihren Stromlieferanten und 2,4 Millionen ihren Gaslieferanten. Dies führte zu einer geschätzten finanziellen Entlastung von rund 2,3 Milliarden Euro im Strom- und 1,1 Milliarden Euro im Gasbereich.
2026: Wechsel bleibt attraktiv
Auch aktuell würde sich der Wechsel für viele Kunden lohnen. Nach der Modellierung der Bundesnetzagentur sind die Neukundenpreise für Strom und Gas im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Januar 2026 lag der modellierte Strompreis für Neukunden bei 34,9 Cent/Kilowattstunde (kWh) und damit rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 kWh können Haushalte durch einen Lieferantenwechsel im Schnitt rund 95 Euro pro Jahr einsparen.
Der modellierte Gaspreis für Neukunden lag im Januar 2026 bei 9,6 Cent/kWh. Er sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 kWh liegt das Einsparpotenzial für Haushalte, die ihren Versorger wechseln, etwa bei 360 Euro pro Jahr.



