Von Artjom Maksimenko
Die Rheinenergie hat zum Jahreswechsel satte Senkungen beim Strom- und Erdgaspreis angekündigt. Entlastungen um bis zu zwölf Prozent verspricht der Regionalversorger seinen Kunden. Dafür führt das Unternehmen zwei zentrale Gründe an: Zum einen gibt das Unternehmen Entlastungen aus sinkenden Beschaffungskosten weiter, zum anderen aus Bundeszuschüssen (Strom) sowie aus den wegfallenden Umlagen (Erdgas).
Rheinenergie gehört zu den ersten größeren Versorgern, die eine deutliche Senkung angekündigt haben. Neben dem Kölner Versorger haben bereits auch weitere Anbieter deutliche Preissenkungen anvisiert. Noch ist allerdings nicht klar, ob dies zu einem Trend wird. Denn nicht alle Unternehmen haben die Beschaffungsstrapazen der vergangenen Jahre endgültig überwunden und können zu wettbewerbsfähigen Konditionen liefern.
Vergleichbare Ausgangssituation
Die Ausgangslage bei den meisten Versorgungsunternehmen ist ähnlich. Nach der Beschaffungskrise sind die Energiepreise besser prognostizierbar. Auch die Entlastungen bei Stromnetzentgelten und die Abschaffung der Gasspeicherumlage kommen allen zugute. Auf der anderen Seite wirken beispielsweise die vielerorts steigenden Gasnetznutzungsentgelte entgegen.
Der Vorstandschef des Kölner Regionalversorgers, Andreas Feicht, hat bereits angekündigt, den Zuschuss der Bundesregierung zu den Strom-Netznutzungsentgelten "in vollem Umfang ohne Zeitverzug" an die Kunden weiterzugeben, und begrüßte diese Entlastung für Industrie, Gewerbe und Privathaushalte. Insgesamt will die Bundesregierung 6,5 Milliarden Euro zuschießen.
"Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung auf diese Weise sowohl die Industrie als auch Gewerbe und Privathaushalte entlastet." Andreas Feicht, Rheinenergie
Auch habe die Rheinenergie vorteilhafte Entwicklungen an den Beschaffungsmärkten nutzen können, ergänzt Vertriebsvorstand Stephan Segbers: "Auch wenn manche Preisbestandteile gestiegen sind, können wir so unterm Strich eine deutliche Preissenkung weitergeben, die über die reinen Zuschüsse und Entlastungen durch den Bund hinausgeht."
Zu den 2026 steigenden Preiskomponenten gehören unter anderem die Gasnetz-Nutzungsentgelte. Der Grund ist ein rückläufiger Gasverbrauch, während Fixkosten und Netzinvestitionen nicht in gleichem Maße sinken. Laut dem Datendienstleister steigen die Gasnetzentgelte für Haushalte um durchschnittlich zehn bis elf Prozent aus.
Preissenkung in Norderstedt, Konstanz und Dillingen
Neben den Kölnern haben unter anderem die Stadtwerke Norderstedt Preissenkungen ihrer Strom- und Gastarife angekündigt. Die Stromkunden profitieren dabei insbesondere von der Senkung der Netzentgelte um 2,24 Cent je Kilowattstunde, während der Grundpreis um etwa 27 Cent monatlich steigt.
Beim Erdgas geht der Grundpreis auf 13,70 Euro monatlich runter, der Arbeitspreis wird bei 10,33 Cent je Kilowattstunde fixiert. Ohne ins Detail zu gehen, haben auch die Stadtwerke Konstanz angekündigt, den Strom für die Bestandskunden in Konstanz zum 1. Januar zu senken. Konkrete Tarifinformationen sollen in Kürze folgen.
Auch für die rund 10.000 Kunden der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen (DSDL) gibt es gute Nachrichten. "Aufgrund von Ereignissen wie dem Krieg in der Ukraine und den daraus resultierenden Lieferengpässen sowie Spekulationen an der Strombörse waren die Einkaufspreise in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen", sagte Werkleiter Wolfgang Behringer der "Donau Zeitung". In diesem Jahr habe sich die Lage an der Strombörse aber etwas entspannt, zudem wirke sich die Sonderzahlung der Bundesregierung an die Netzbetreiber positiv aus, fügte er hinzu.
Für Rheinenergie-Kunden beträgt die Strompreissenkung bei Privat- und Gewerbekunden in der Grundversorgung und bei anderen Verträgen ohne feste Laufzeit etwa zwölf Prozent. Der Strompreis pro Kilowattstunde beträgt demnach ab dem 1. Januar 2026 im Netzgebiet der Rheinnetz 31,48 Cent (vorher: 35,93 Cent). Die Grundpreise pro Jahr bleiben unverändert bei 277,33 Euro. Das entspricht einer Senkung des Arbeitspreises um rund zwölf Prozent.
Der Erdgaspreis pro Kilowattstunde für Privat- und Gewerbekunden sinkt zum 1. Januar 2026 um acht Prozent auf 12,34 Cent (vorher: 13,41 Cent), bei unverändertem Grundpreis von 172,55 Euro pro Jahr. Die Senkung der Erdgaspreise begründet Rheinenergie größtenteils mit den gesunkenen Beschaffungskosten. Ein kleiner Teil, rund 0,34 Cent pro Kilowattstunde, kommt aus dem Wegfall der staatlichen Gas-Speicherumlage, hieß es aus Köln.



