Für EDL-Lösungen setzten viele Kundinnen und Kunden auf das lokale Handwerk, sie informieren sich aber gerne bei ihrem aktuellen Energieanbieter zu dem Thema. Das zeigt der "EDL-Kompass Privatkunden" von Kreutzer Consulting und Nordlight Research, aus dem die ZFK exklusiv berichtet. "Bemerkenswert ist der Rückgang des Marktanteils von Energieversorgern beim Absatz von EDL-Anlagen", sagt Klaus Kreutzer, Geschäftsführer von Kreutzer Consulting. Zugleich zeige die Studie, wo Energieversorger wieder einen Fuß in die Tür bekommen können.
Der EDL-Kompass untersucht, welche Services und Produkte Privatkunden aktuell nutzen und welche sie in Zukunft über welche Vertriebswege erwerben wollen. Befragt wurden rund 4000 Ein- und Zweifamilienhauseigentümer und 1000 Mieter zu Komponenten wie Wärmepumpe, Wallbox und PV.
Kosten sind Treiber für EDL-Lösungen
Mehr als 60 Prozent der Planer sowie Besitzer von Wärmepumpen geben an, dass Kostenvorteile –langfristig günstigere Heizkosten im Vergleich zu anderen Heizanlagen – sowie Umweltfreundlichkeit und Kombinierbarkeit mit anderen Installationen zu erneuerbaren Energien die wichtigsten Argumente für die Anschaffung einer Wärmepumpe sind. Der Wärmepumpenabsatz hatte sich zuletzt erholt.
Nachvollziehbar ist es daher auch, dass ein Drittel der Hauseigentümer, die derzeit keine konkreten Anschaffungsabsichten haben, eine Wärmepumpe für die Zukunft bevorzugen.
Das größte Vertrauen liegt beim Handwerk
Lokale Handwerker und Fachbetriebe sind mit deutlichem Abstand die bevorzugte Wahl für die Käufe und Installation für den meisten EDL-Lösungen. Eine Elektro-Wärmepumpe würden sich 84 Prozent der Hauseigentümer ihnen einbauen lassen, ähnlich ist es bei Aufdach-Photovoiltaik, Batterie-Speicher und Wallbox. Dem aktuellen Strom- und Gas-Anbieter traut dies immerhin rund ein Drittel zu.
Große überregionale Installationsbetriebe werden für die meisten EDL-Lösungen für eine ähnlich gute Anlaufstelle wie der eigene Energieanbieter gehalten. Wobei bei Wallboxen der eigenen Energieanbieter vorne liegt (34 zu 24 Prozent) und bei Wärmepumpen der Installationsbetrieb (35 zu 28 Prozent).
Energieversorger werden als relevante Informationsquelle gesehen
"Stadtwerke werden insbesondere als Anlaufstelle zur Informationsbeschaffung im EDL-Bereich wahrgenommen", berichtet Verena Mayr, Senior Consultant bei Kreutzer Consulting. Beim Einholen konkreter Angebote bauten jedoch lokale Handwerker ihren Vorsprung weiter aus – der gleiche Trend lässt sich beim Anlagenkauf beobachten. "Stadtwerke werden damit zwar von den Kunden als Anbieter für Energiedienstleistungen wahrgenommen, verlieren Kunden aber relativ früh in der Customer Journey", schlussfolgert Mayr.
Insbesondere die Webseiten von Energieanbietern würden als initiale Informationsquelle im Anschaffungsprozess von Energiedienstleitungen genutzt. Energieversorger verlieren die Kunden jedoch häufig im digitalen und analogen Beratungs- und Abschlussprozess. "Hinzu kommt, dass viele Angebote in Kooperation mit lokalen Handwerksbetrieben umgesetzt werden, sodass oft derselbe Installateur tätig ist – unabhängig davon, ob der Energieversorger oder der Handwerker Vertragspartner ist", erklärt Mayr. "Ohne Einbindung des Energieversorgers zeigt sich dabei häufig ein attraktiveres Preisniveau."
Ein Fazit des "EDL-Kompasses" kann somit sein: Den eigenen Energieversorgern wird Know-how rund um Elektrizität zugerechnet. Das kann ein Türöffner sein und es gilt, das in Vertriebskanäle zu übersetzten.



