Der Regionalversorger Süwag hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 313 (2024) auf 321 Millionen Euro gesteigert. Auch bei Investitionen legte die Eon-Tochtergesellschaft ordentlich zu. Das Investitionsvolumen stieg von 277 Millionen im vergangenen Jahr auf 359 Millionen Euro an. Mit 311 Millionen Euro machten dabei die Netzinvestments den mit Abstand größten Teil aus.
"Unsere Netze sind das Rückgrat der Energiewende – und deshalb haben wir 2025 genau dort konsequent investiert. Mit Rekordinvestitionen machen wir unsere Infrastruktur leistungsfähiger, digitaler und widerstandsfähiger für die Anforderungen der Zukunft", so Vorstandsmitglied Sebastian Lührs.
Vertrieb als wichtiger Faktor
Als eine wesentliche Stütze des Ergebnisses erwies sich der Vertrieb. "Im Privatsegment konnten wir gegenüber 2024 eine deutliche Steigerung verzeichnen. Wir zählen mittlerweile 846.000 Strom- und Gaskunden – ein erheblicher Anstieg, der trotz eines intensiven Wettbewerbsumfelds gelungen ist", sagte Vertriebsvorstand der Süwag, Mike Schuler, bei der Vorstellung der Zahlen. Damit sei das Unternehmen um rund 40.000 Kunden innerhalb eines Jahres gewachsen. Auch im B2B-Sektor habe Süwag zugelegt und zählte Ende 2025 etwa 65.000 Lieferstellen nach 62.000 im Vorjahr.
Hier gehe es oft nicht nur um Energielieferungen, sondern um individuelle Beratung und maßgeschneiderte Energielösungen, führte Schuler aus – etwa im Bereich Batteriespeicher oder Peak Shaving, also das Kappen von Lastspitzen.
Langfristige Beschaffung
Die positive Entwicklung im Vertriebssektor führt Schuler auf eine "verlässliche, wettbewerbsfähige Preisgestaltung" zurück. "Unsere Strompreise waren 2025 stabil. Für 2026 haben wir sie sogar gesenkt – zum 1. März, 1. April und 1. Juni", führte er aus. Auch beim Gas wolle Süwag "nach dem aktuellen Stand" die Preise bis Ende 2026 stabil halten.
Wie lange das Unternehmen noch auf Preisaufschläge wegen des Nahostkonflikts verzichten kann, wollte der Süwag-Vertriebsvorstand auf ZFK-Anfrage nicht pauschal beantworten. Denn: "Wir reden nicht nur über die Volatilität im Großhandelspreis, die durch den aktuellen Nahostkonflikt eine gewisse Tragweite hat. Es gibt weitere Kalkulationsdeterminanten, wie die Netzentgelte 2027 auf regionaler Ebene als auch auf überregionaler Ebene." Da gebe es verschiedene Stellschrauben, die alle eine Rolle spielen.
In ihrer Beschaffungsstrategie setze das Unternehmen weiterhin auf Diversität. "Wir haben eine Vielzahl unterschiedlicher Beschaffungspartner – sogenannte Counterparts –, über die wir unsere Beschaffung sowohl auf der Strom- als auch auf der Gasseite breit aufstellen", sagte Schuler der ZFK. Das sei kein Single-Buying-Ansatz, sondern ein sehr breites Portfolio. "Entsprechend diversifiziert gehen wir insgesamt an die Beschaffung heran."
Andere Strategie bei Neukunden
Angesichts der steigenden Kundenzahl müsse der Versorger weitere Energiemengen hinzubeschaffen, erläuterte Schuler. "Bei unseren Bestandskunden arbeiten wir mit einer langfristigen, rollierenden Beschaffungsstrategie. Wenn wir hingegen in die aktive Neukundenakquise gehen, beschaffen wir naturgemäß kurzfristiger", führte er aus.
Das schlage sich auch in den Preisen nieder. Im Akquisebereich liegen die Preise entsprechend derzeit höher als auf der Bestandskundenseite. "Je kurzfristiger wir am Markt agieren müssen, desto stärker spiegeln sich aktuelle Marktpreise in den Konditionen wider", fasste er zusammen.
Mehr Service vor Ort und online
Neben der Preiskomponente nannte Schuler auch das Servicemodell seines Unternehmens als einen weiteren Erfolgsfaktor. Mittlerweile seien 70 Prozent der Kunden im Online-Service registriert. Das sei ein echter Mehrwert, beispielsweise weil sie den Versorger rund um die Uhr erreichen können.
Auch vor Ort steigert der Versorger seine Präsenz. Inzwischen sei Süwag mit elf Servicecentern und über 20 Servicepartnern in der Region vertreten. Insgesamt stammen etwa 60 Prozent der Süwag-Kunden aus der Region, die restlichen 40 Prozent sind außerhalb der Süwag-Grundversorgungsgebiete verteilt.
Für das laufende Jahr will die Süwag-Gruppe nach eigenen Angaben den "Wachstumspfad konsequent fortsetzen". Bis 2030 seien Investitionen von mehr als 1,2 Milliarden Euro in den weiteren Ausbau und die Digitalisierung der Netze geplant.






