Bild: © Markus Greulich/EGLV

Die Emschergenossenschaft plant Investitionen von insgesamt 150 Millionen Euro am Klärwerk Emscher-Mündung in Dinslaken (Nordrhein-Westfalen). Das Unternehmen will unter anderem eine Betriebswasseranlage erneuern, drei Faulbehälter sanieren und seine Blockheizkraftwerke auf dem Gelände modernisieren. Außerdem entstehen Photovoltaik- und Windenergieanlagen und eine neue Lehrwerkstatt für Auszubildende.

Neue Anlagen für Betriebswasser und Schlammbehandlung

Weil die Betriebswasseranlage des Klärwerks in die Jahre gekommen ist, wird sie erneuert. Mit dem Neubau begann die Emschergenossenschaft kurz nach Ostern dieses Jahres. Die Anlage soll Anfang 2027 fertiggestellt werden.

Auch die Schlammbehandlungsanlage wird erneuert und technisch modernisiert. Die neue Anlage soll unter anderem den Überschussschlamm behandeln und die Faulbehälter mit Schlamm beschicken. Die Fertigstellung ist für Mitte 2029 geplant.

Faulbehälter werden saniert

Um die drei circa 40 Meter hohen Faultürme des Klärwerks zu sanieren, müssen die Behälter nacheinander entleert und gereinigt werden. Bereits im Sommer 2026 soll mit der Entleerung des ersten Faulbehälters begonnen werden. Dieser soll bis Mitte 2027 vollständig saniert sein. Danach beginnen die Arbeiten an den anderen beiden Faultürmen. Die vollständige Fertigstellung ist für Mitte 2029 angesetzt.

Bau neuer Blockheizkraftwerke

Auf dem Gelände des Klärwerks Emscher-Mündung stehen fünf Blockheizkraftwerke aus dem Jahr 1998. Wegen des altersbedingten Verschleißes, der entsprechend hohen Störanfälligkeit und des geringen Wirkungsgrades werden diese nun abgerissen. Die neuen Blockheizkraftwerke sollen das in der Kläranlage gewonnene Klärgas effizienter nutzen.

Die bisherige Anlage wurde im Dezember 2025 stillgelegt. Derzeit ersetzt eine Mietanlage die stillgelegten Heizkraftwerke. Bis Mitte August 2026 sollen die Blockheizkraftwerke komplett abgerissen beziehungsweise rückgebaut sein. Anschließend wird das Bestandsgebäude baulich saniert. Die Neuanlagen sollen im Frühjahr 2028 fertig gebaut sein.

Außerdem saniert die Emschergenossenschaft zwei Gasspeicher und die dazugehörigen Schächte. Auch die beiden Gasfackeln für den Notbetrieb werden erneuert. Damit soll die Technik zwischen den Faulbehältern und den Heizblockkraftwerken auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Sanierung läuft nach Unternehmensangaben bereits und soll Ende dieses Jahres fertiggestellt werden.

Photovoltaik und Windenergie für die eigene Energieversorgung

Um den Standort in Dinslaken mit selbst erzeugter Energie zu versorgen, werden großflächig Photovoltaikanlagen errichtet, und zwar auf 12.500 Quadratmetern Freiflächen, zwei Dächern und neuen Carports auf dem Parkplatz. Die Anlagen könnten laut Unternehmensangaben bis zu zehn Prozent der jährlich auf der Anlage benötigten Energie erzeugen. Der Bau begann im Dezember 2025. Die vollständige Inbetriebnahme ist für März 2027 geplant.

Zusätzlich will das Unternehmen eine Windenergieanlage auf dem Gelände errichten. Das Windrad soll 150 Meter hoch sein und 15 Prozent der im Jahr benötigten Energie liefern. Geplant ist der Baubeginn für das Frühjahr 2028. Die Emschergenossenschaft geht von einer Fertigstellung bis Ende 2028 aus.

Neue Lehrwerkstatt für Auszubildende

Seit November 2025 baut die Emschergenossenschaft eine neue Lehrwerkstatt. Sie soll im Sommer 2027 fertiggestellt werden. Dort sollen Auszubildende in den Berufen Mechatronik, Elektronik und Industriemechanik ausgebildet werden. Die Ausbildungsstätte bietet Platz für bis zu 34 Auszubildende und drei Ausbilder.

Simon Panke, Bürgermeister der Stadt Dinslaken, begrüßt den Bau der Ausbildungsstätte: "Besonders freut mich auch, dass die Emschergenossenschaft als ein starkes Bekenntnis zum Ausbildungsstandort Dinslaken ein modernes Ausbildungszentrum auf dem Gelände des Klärwerks errichtet."

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