Die Verwaltung der Stadt Potsdam hat der Stadtverordnetenversammlung Vorlagen zur Änderung der Satzungen für die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung vorgelegt. Die Beschlussvorlagen beinhalten neben der Aktualisierung, Änderung und Ergänzung der Rechtsgrundlagen auch eine Anpassung der Benutzungsgebühren. Demnach steigen sowohl die Trinkwasser- als auch die Abwassergebühren.
„Seit 2012 sind die Kosten in der Instandhaltung der Wasserver- und -entsorgung deutlich gestiegen, etwa durch gestiegene Energie- und Personalkosten und Investitionen. Dies bildet sich nun in den neu berechneten Gebühren ab“, sagt Thomas Schenke, Bereichsleiter Infrastruktur- und Straßenverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam.
Investitionen sind notwendig
Ein weiterer Hintergrund für die notwendige Gebührenerhöhung sei die langfristige Sicherstellung der Versorgung. Um alte Leitungen zu modernisieren, Anlagen zu erweitern und dem stetigen Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, seien entsprechende Investitionen notwendig.
Mit der Erweiterung der Kläranlage im Potsdamer Norden wurde bereits die Kapazität erhöht und ein Schritt zum aktiven Gewässerschutz getan. Um die Eigenversorgung Potsdams mit Trinkwasser langfristig zu sichern, werden auch die Förderkapazitäten in den Wasserwerken erhöht und diese entsprechend ausgebaut.
Erhebliche Unterdeckungen
Dass die Trinkwassergebühren in Potsdam von 2012 bis einschließlich 2024 konstant bleiben konnten, liegt nach Angaben der Landeshauptstadt daran, dass die erlöswirksamen Mengen in diesem Zeitraum gestiegen sind. Dadurch konnten allgemeine Preissteigerungen und Investitionen lange kompensiert werden.
Im Jahr 2023 wirkten sich die außerordentlichen Preissteigerungen bei den Betriebskosten (insbesondere Personal, Instandhaltung und Energie), die Baukosten für Investitionen und die stagnierenden Trinkwassermengen so aus, dass es zu erheblichen Unterdeckungen kam. Auch für 2024 wird mit einer solchen Unterdeckung gerechnet.
Die Kostensteigerungen im Detail
Für den Kalkulationszeitraum 2025/2026 müssen die Gebühren daher erstmals angepasst werden. Die Mengengebühr für Trinkwasser soll ab 2025 von 2,25 Euro auf 2,90 Euro pro Kubikmeter angehoben werden. Beim Schmutzwasser ist ab 2025 eine Erhöhung von 4,08 Euro auf 5,46 Euro pro Kubikmeter vorgesehen.
Zahlte eine vierköpfige Familie 2022 monatlich noch 76 Euro für Trink- und Schmutzwasser, werden es in den Jahren 2025 und 2026 dann 101 Euro sein. (hb)




