Das Klärwerk Schönerlinde der Berliner Wasserbetriebe im Nordosten Berlins

Das Klärwerk Schönerlinde der Berliner Wasserbetriebe im Nordosten Berlins

Bild: © Benjamin Pritzkuleit/BWB

In der Metropolregion Berlin-Brandenburg sind die Einleitungen der Kläranlagen eine maßgebliche Ursache für Spurenstoffe in Gewässern. In einem gemeinsamen Positionspapier haben die Wasserwirtschaftsverwaltungen der Bundesländer Berlin und Brandenburg deshalb festgelegt, die Reinigungstechnik in den Klärwerken aufzurüsten.

Damit soll einer Presseerklärung des brandenburgischen Umweltministeriums (MLUK) und der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt (SenUMVK) zufolge ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des Gewässer- und Ressourcenschutzes sowie zur Anpassung an den Klimawandel und die wachsende Bevölkerung in der Metropolregion geleistet werden. Da Berlin sein Trinkwasser größtenteils über Uferfiltration, also indirekt aus den Flüssen und Seen, gewinnt, ist die Berliner Trinkwasserversorgung besonders von der Wasserqualität der Gewässer abhängig.

Trockenheit belastet Uferfiltrat

Auch die Wasserwerke im Raum Potsdam gewinnen ihr Trinkwasser anteilig über die Uferfiltration. Mit sinkenden Zuflüssen über Spree und Havel werden die ohnehin teils hohen Anteile an gereinigtem Abwasser in den Gewässern des Ballungsraums weiter zunehmen. In lange andauernden Trockenphasen, wie zuletzt in den Jahren 2018 bis 2020, verstärkt sich so die Kreislaufnutzung, in der die gereinigten Abwässer aus den Kläranlagen zugleich eine wichtige Wasserressource via Uferfiltrat bilden.

Die gemeinsame Strategie unterteilt sich in zwei Phasen. Die erste Phase bezieht sich räumlich auf Berlin und die unmittelbar angrenzenden Gewässereinzugsgebiete im Berliner Umland. In diesem Gebiet befinden sich die Kläranlagen der Berliner Wasserbetriebe, der Stadt Potsdam, das von den Berliner Wasserbetrieben betriebene Klärwerk Wansdorf sowie die Wasserversorgungs-Infrastrukturen von Berlin und Potsdam.

Weitere Reinigungsstufen

Für diesen engeren Verflechtungsraum der Metropolregion wurde das Ziel vereinbart, zunächst alle Großklärwerke der Berliner Wasserbetriebe sukzessive mit einer weiteren Reinigungsstufe zur Entfernung von Spurenstoffen aufzurüsten. Als erste vorgezogene Maßnahme wird bereits bis 2023 auf dem Klärwerk Schönerlinde eine Spurenstoff-Eliminationsanlage zum Schutz der Gewässer und des Wasserwerks Tegel errichtet.

Phase zwei erweitert den Betrachtungsraum, indem ab dem Jahr 2022 in ausgewählten brandenburgischen Gewässern die Belastungssituation durch Spurenstoffe umfassend untersucht wird. Darauf aufbauend wird dann entschieden, ob und in welchem Umfang Maßnahmen auf weiteren Klärwerken in Brandenburg erforderlich sind. (hp)

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