Ein Blick auf das Flussbett des Po an der Ponte della Becca in Pavia: Das Austrocknen des Flusses gefährdet die Trinkwasserversorgung in der dicht besiedelten und hoch industrialisierten Region Norditaliens und bedroht die Bewässerung in dem am intensivsten bewirtschafteten Teil des Landes.

Ein Blick auf das Flussbett des Po an der Ponte della Becca in Pavia: Das Austrocknen des Flusses gefährdet die Trinkwasserversorgung in der dicht besiedelten und hoch industrialisierten Region Norditaliens und bedroht die Bewässerung in dem am intensivsten bewirtschafteten Teil des Landes.

Bild: © Luca Bruno/dpa

Die Dürre im Norden Italiens nimmt immer alarmierendere Ausmaße an. In den italienischen Alpen sei in den vergangenen Monaten 53 Prozent weniger Schnee gefallen als im langjährigen Durchschnitt, teilte die Umweltorganisation Legambiente mit.

Im Becken des Po, des größten Flusses des Landes, seien die Niederschläge sogar um 61 Prozent gesunken. Betroffen seien auch der Norden und das Zentrum des Apennins – ein Gebirgszug, der große Teile Italiens durchzieht. Der Wintermonat Februar sei im Übrigen auch wärmer als durchschnittlich üblich.

Bessere Nutzung von Regenwasser

Die Organisation richtete einen Appell an die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und forderte von ihr eine nationale Wasserstrategie. Konkret schlugen die Umweltschützer verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserkonsums und zur besseren Verwertung des Regenwassers vor.

In Frankreich ist seit 31 Tagen kein Regen mehr gefallen. Dies habe es im Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1959 noch nie gegeben, teilte der Wetterdienst Météo France mit. Das führe zu einer für die Jahreszeit bemerkenswerten Austrocknung der Böden, die bereits durch die Dürre im Sommer 2022 geschwächt sind.

Viele Monate mit Regendefizit

Der Zustand entspreche dem, wie man ihn normalerweise Mitte April antreffe. Der Süden des Landes sei besonders betroffen. Auch wenn im Laufe der Woche Regen erwartet werde, stehe einer der trockensten Februar-Monate seit 1959 bevor.

Seit dem Sommer 2021 leide Frankreich unter einer besorgniserregenden Trockenheit, teilte Météo France mit. Seit August 2021 wiesen alle Monate mit Ausnahme der Monate Dezember 2021, Juni 2022 und September 2022 ein Regendefizit auf.

Wenig Schnee in den Bergen

Der Winter 2023 werde zu den zehn regenärmsten Wintern seit 1959 gehören. Er folge auf ein besonders warmes und trockenes Jahr 2022. Zusätzlich zum Regenmangel sei es in Frankreich seit zwölf Monaten in Folge wärmer als im Durchschnitt. Zum ersten Mal seit Start der Erhebung 1947 wurde eine so lange Reihe von monatlichen Durchschnittstemperaturen über der Norm beobachtet.

Neben dem fehlenden Regen sei auch die Schneedecke in den Bergen geringer als für die Jahreszeit üblich. Wenn der Schnee auf den Bergen im Frühjahr schmelze, sorge dieser für eine zusätzliche Wasserversorgung der Flüsse in der Nähe der Berge.

Wende in den nächsten Monaten?

Die Zeit von September bis März sei wichtig für das Wiederauffüllen der Wasservorräte, erklärte der Wetterdienst. Die Situation könne sich also vor allem im März noch ändern. Die Niederschlagsmenge der nächsten drei Monate bis einschließlich Mai sei entscheidend. (dpa/hp)

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