Nicolas Zimmer (Technologiestiftung Berlin), Edith Roßbach (Kompetenzzentrum Wasser), Christian Rickerts (Senatsverwaltung Berlin), Regina Gnirß (Kompetenzzentrum Wasser), Jörg Simon (Berliner Wasserbetriebe) (v.l.)

Nicolas Zimmer (Technologiestiftung Berlin), Edith Roßbach (Kompetenzzentrum Wasser), Christian Rickerts (Senatsverwaltung Berlin), Regina Gnirß (Kompetenzzentrum Wasser), Jörg Simon (Berliner Wasserbetriebe) (v.l.)

© hcn

Koordinator des europäischen Forschungsprojekts ist das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB), dessen Gesellschafter die Berliner Wasserbetriebe und die Technologiestiftung Berlin sind. Die EU-Förderung beträgt insgesamt 5 Mio. Euro bei einem Projektvolumen von 5,9 Mio. Euro und einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Beteiligt sind insgesamt 24 Partner, davon zehn Kommunen.

"Das Kompetenzzentrum Wasser und die Berliner Wasserbetriebe zeigen seit Jahren, wie Digitalisierung beim Wassermanagement, bei der Instandhaltung der Abwasserrohre oder der Beurteilung der Wasserqualität unserer Stadt helfen kann", sagte Christian Rickerts, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe bei der Vorstellung des Projekts im Berliner City Lab am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Diese Erfolgsgeschichte werde nun im Rahmen des internationalen Projekts fortgeschrieben, um die Wasserver- und -entsorgung noch effizienter zu machen und einen Beitrag zum nachhaltigen Energie- und Ressourcenschutz zu leisten, so Rickerts.

Überlaufen der Kanalisation bei Starkregen verhindern helfen

Schwerpunkte des Projekts in Berlin liegen beispielsweise bei der Entwicklung einer mobilen App zum Einsatz bei der Wartung und Reinigung von Brunnen. Herbei werden Daten aus der Zentrale visualisiert zur Unterstützung des Wartungspersonals beim Einsatz vor Ort. Auch sollen Visualisierungstechniken wie Augmented Reality zur Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die Herausforderungen des Grundwassermanagements eingesetzt werden.

Ein wichtiger Bereich ist die digitale Überwachung und Steuerung von Abwasserströmen im Kanalnetz. Die Daten dazu liefert ein dichtes Netz von einfachen, kostengünstigen Temperatursonden. "Wenn es uns tatsächlich gelingt, über Temperaturmessungen die hydraulische Belastung in der Kanalisation besser als bisher zu bestimmen, könnten unerwünschte Überläufe der Mischwasserkanalisation viel besser vermieden werden als heute. Dies wäre ein großer Gewinn für den Gewässerschutz", betonte Jörg Simon, Chef der Berliner Wasserbetriebe. Denn zu schaffen machten hier zahlreiche nicht genehmigte Einleitungen von Regenwasser, was die Kanalisation vor allem bei Starkregen zum Überlaufen bringe und damit die innerstädtischen Gewässer wie die Spree belaste. Ziel müsse sein möglichst viel Regenwasser vor Ort zu versickern, so Simon.

Auch Mitarbeiter stärker in die digitale Welt mitnehmen

Bei diesen und anderen Projekten möchten nun die beteiligten Partner voneinander lernen und beispielsweise auch Open-Source Software gemeinsam weiterentwickeln. So soll beispielsweise eine Badewasser-App, die in Berlin entwickelt wurde, nun in Paris eingesetzt und weiter optimiert werden, um möglichst genau die Keimbelastung offizieller Badestellen an der Seine feststellen und vorhersagen zu können. Ziel ist die Verbesserung der Badewasserqualität der Seine für die Olympischen Spiele 2024.

Ein wichtiger Bereich des Verbundprojekts sei es auch, Mitarbeiter der Wasserbetreibe verstärkt in die digitale Anwendungswelt mitzunehmen und entsprechend zu schulen und zu unterstützen, unterstrich Regina Gnirß, Geschäftsführerin des KWB. (hcn)

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