Damit langfristig die Wasserressourcen gesichert sind, braucht es ein Umdenken, fordert der DVGW.

Damit langfristig die Wasserressourcen gesichert sind, braucht es ein Umdenken, fordert der DVGW.

Bild: © Stadtwerke Halle

Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. "Die Branche sorgt mit relevanten Maßnahmen dafür, dass Trinkwasser ein sicheres Lebensmittel ist, auch und gerade in Zeiten wie diesen. Dennoch ist es wichtig, tiefgreifende Veränderungen wie den Klimawandel ins öffentliche Blickfeld zu rücken", betont Wolf Merkel, Vorstand Ressort Wasser des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Kurz vor dem Weltwassertag (22. März) teilt der Verband mit: Die klimatischen Veränderungen würden die gesamte Branche vor enorme Herausforderungen stellen.

In Zukunft muss die Infrastruktur einen steigenden Wasserbedarf mit geringeren nutzbaren Wasserangeboten gewährleisten. Für die Versorgungssicherheit ist ein vorausschauendes und nachhaltiges Ressourcenmanagement wichtig. Bislang fehlen jedoch deutschlandweite und gleichzeitig regional differenzierte Prognosen zum Wasserangebot, kritisiert der Verband. Hier gilt es, über Forschung und Entwicklung langfristige Prognose- und Managementwerkzeuge bereit zu stellen. Diese müssen in der Lage sein, die Auswirkungen von Klimawandel, aber auch demografischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen auf die Wasserversorgung abzubilden. Der Erweiterung von Speicherkapazitäten kommt ebenfalls eine Schlüsselrolle zu. 

Die ganze Wassernutzung kritisch hinterfragen

Auch die Wassernutzung insgesamt muss hinterfragt werden: Müssen Grünflächen- und Gartenbewässerung tatsächlich mit Trinkwasser erfolgen? Kann der steigende Wasserbedarf z.B. in der Landwirtschaft künftig auch durch die Wiederverwendung von Wasser gedeckt werden? Behandeltes kommunales Abwasser würde dann für eine weitere Verwendung, zum Beispiel zur Bewässerung, aufbereitet.

"Für einen wirksamen Trinkwasserschutz sind klare politische Weichenstellungen das Gebot der Stunde. Dafür muss der Wert des Trinkwassers als Grundlage für Gesellschaft und Wirtschaft stärker als bislang in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt werden. Gerade in den Kommunen muss das Bewusstsein für die Bedeutung der Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gestärkt werden", appelliert Merkel. (gun)

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