Durch die Niederschläge erholt sich der Grundwasserpegel langsam.

Durch die Niederschläge erholt sich der Grundwasserpegel langsam.

Bild: © JackStock/AdobeStock

Der ausgiebige Regen der vergangenen Monate hat beim Grundwasser in Nordrhein-Westfalen im Februar für Entspannung gesorgt. Dennoch liegen die Wasserstände bei 57 Prozent der Messstellen immer noch unterhalb des langjährigen Februar-Mittels. Dies geht aus einer der dpa vorliegenden Auswertung der jüngsten Monatsmesswerte hervor. "Das Defizit, das sich über die vergangenen zwei Jahre aufgebaut hat, konnte noch nicht überall komplett aufgefüllt werden", sagte die Sprecherin des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), Birgit Kaiser de Garcia der dpa. In Nordrhein-Westfalen werden an etwa 29.000 Messstellen regelmäßig die Grundwasserstände gemessen.

Bei rund zwei Prozent der Messstellen wurden der Auswertung zufolge die tiefsten jemals dokumentierten Grundwasserstände in einem Februar gemessen. Im Januar galt das noch für jede zehnte Messstelle. Bei rund acht Prozent der Messstellen stufte das Lanuv die Wasserstände als sehr niedrig ein, bei weiteren 18 Prozent als niedrig. "Der Großteil der Grundwasserstände liegt im niedrigen bis mittleren (29 Prozent) beziehungsweise im mittleren bis hohen Bereich (28 Prozent)", erklärte die Sprecherin. Bei den übrigen 15 Prozent seien hohe, sehr hohe und sogar Maximalwasserstände gemessen worden.

Wasserstände könnten weiter zunehmen

Damit sei eine Verschiebung hin zu langjährig üblichen Messwerten erkennbar, so die Sprecherin weiter. Grund dafür seien die überdurchschnittlich hohen Niederschlagsmengen seit Oktober 2019. Ein großer Teil des Niederschlags komme der Grundwasserneubildung zugute. Das Lanuv hält es für wahrscheinlich, dass die Wasserstände im März weiter zunehmen, da der Februar 2020 eine extrem hohe Niederschlagssumme aufweise. Weitere Vorhersagen wollen die Experten aber nicht machen.

Auch in den oberen Bodenschichten hat sich die Lage entspannt. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig weist nur noch für kleinere Landesteile eine Trockenheit oder Dürre aus – im Vergleich zum langjährigen Mittel. Im Münsterland, in Ostwestfalen und am Niederrhein seien die Böden in 1,80 Meter Tiefe derzeit noch viel trockener als sie sein sollten, sagte die Lanuv-Sprecherin.

Für den Fall einer neuerlichen Trockenperiode gut gerüstet

Der viele Regen hat auch die Talsperren des Ruhrverbandes gefüllt. Am Donnerstag waren sie mit 96,0 Prozent vom sogenannten Vollstau fast randvoll. Bereits Anfang März hatte der Wasserwirtschaftsverband berichtet, dass das Talsperrensystem "für den Fall einer den Vorjahren entsprechenden neuerlichen Trockenperiode sehr gut gerüstet" sei. (dpa/gun)

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