Blick auf das Wasserkraftwerk bei Hausen in Bayern.

Blick auf das Wasserkraftwerk bei Hausen in Bayern.

Bild: © Nicolas Armer/dpa

Die Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke NRW (AGW NRW) und die Interessengemeinschaft Wassernutzung NRW (IGW NRW) haben beschlossen, zu fusionieren. Das offizielle Zusammengehen des neuen Wasserkraftverbandes, der dann 138 Mitglieder mit einer Erzeugungsleistung von 110 Megawatt vereint, ist für das kommende Frühjahr vorgesehen.

„Dieser Schritt ist goldrichtig“, kommentiert Hans-Josef Vogel, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). "Angesichts des stiefmütterlichen Umgangs der Landespolitik mit der Wasserkraftnutzung im Land brauchen wir dringender denn je eine starke Stimme für mehr Wasserkraft.“

Land vernachlässigt Wasserkraft

Dass der Ausbau der Wasserkraft landesweit vernachlässigt wird, zeigt laut der Mitteilung des Landesverbands ein Blick ins Marktstammdatenregister. Bis Anfang Oktober sei für dieses Jahr nicht eine einzige neue Anlage in der Energie-Datenbank verzeichnet worden.

Die Bezirksregierung Düsseldorf plane sogar, mehreren Betreibern an der Erft ihre Wasserrechte zu entziehen. Wenn es dazu kommt, dürfte an knapp einem halben Dutzend Wasserkraft-Standorten kein grüner Strom mehr erzeugt werden. „Ein völlig unverständlicher Schritt. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr umweltfreundlich erzeugten Strom aus Wasserkraft“, so Vogel.

Unterschiedliche Signale

Zwar würden in der vor wenigen Wochen beschlossenen Energie- und Wärmestrategie des Landes die Bedeutung der Wasserkraft für das zukünftige Energiesystem betont. Allerdings würden diese „eigentlich positive Ankündigung“ durch die „Wasserstrategie NRW“ konterkariert, die das Landesumweltministerium derzeit erarbeitet.

In einem ersten Eckpunktepapier der Wasserstrategie findet sich laut LEE NRW kein Wort zum zukünftigen Ausbau der Wasserkraft. „In der Landesregierung weiß die eine Hand anscheinend nicht, was die andere denkt und macht“, sagt Vogel. (hp)

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