Das Wasserwerk Friedrichsberg der Stadtwerke Pforzheim mit der 2018 eröffneten Trinkwasseraufbereitungsanlage im Vordergrund.

Das Wasserwerk Friedrichsberg der Stadtwerke Pforzheim mit der 2018 eröffneten Trinkwasseraufbereitungsanlage im Vordergrund.

Bild: © Stadtwerke Pforzheim

Die Stadtwerke Pforzheim (SWP) wollen in der Debatte rund um die Wasserrechte im Enztal auf vollständige Transparenz setzen. Nachdem der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert den Verdacht in den Raum stellte, die SWP würden die Bedeutung von Brunnen auf Niefern-Öschelbronner Gemarkung künstlich nach oben treiben, um ein geplantes Gewerbegebiet zu verhindern, stellen die Stadtwerke in einer Pressemitteilung fest: „Die Erhöhung der Entnahmemenge steht in Verbindung mit der allgemeinen Wasserstrategie der SWP.“

Darin sei festgelegt, die Eigenwasseranteile deutlich zu erhöhen, um die dauerhafte Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu gewährleisten. Im Übrigen seien die geförderten Wassermengen in den 1990er bis Anfang der 2000er Jahre bereits ähnlich hoch gewesen. Entsprechende Wasserrechte seien für dieses Gebiet bis zu einem Volumen in Höhe von 2,8 Mio. Kubikmeter vorhanden.

100 Jahre altes Wasserrecht

Konkret haben die SWP im Enztal nach eigenen Angaben im Jahr 2020 rund 1,6 Mio. Kubikmeter Trinkwasser entnommen, demgegenüber stehen rund 2,2 Mio. Kubikmeter Rohwasser. Die Diskrepanz ergibt sich durch die Aufbereitung des Wassers, die Differenzsumme an Wasser wird nach der Aufbereitung im Wasserwerk Friedrichsberg unmittelbar wieder zurück ins Schutzgebiet geleitet.

Die wasserrechtlich genehmigte Gesamtsumme von 2,8 Mio. Kubikmetern Wasser werde also – unabhängig davon, welche Zahl zugrunde gelegt wird – deutlich unterschritten wird: „Das Recht, in dem genannten Gebiet Trinkwasser zu fördern, ist mehr als 100 Jahre alt und dringend notwendig, um unserem Auftrag nachkommen zu können, die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicherzustellen“, sagt Bernd Hagenbuch, Prokurist der SWP und Bereichsleiter Netze.

Informationspflicht nicht verletzt

Dem Verdacht, die SWP bedienten sich unrechtmäßiger Wassermengen, widersprechen die SWP daher entschieden. Der Versorger hätte die Gemeinde Niefern-Öschelbronn auch nicht im Vorfeld über die Erhöhung der Fördermengen in Kenntnis setzen müssen. Ein Verstoß gegen wasserrechtliche Vorgaben habe zu keinem Zeitpunkt stattgefunden, betont Hagenbuch. Der Prokurist erklärt zudem, eine Stadt wie Pforzheim könne sich – genau wie vergleichbar große Städte – nicht nur auf eigener Gemarkung mit Wasser versorgen. Eben aus diesem Grund seien den SWP entsprechende Wasserrechte eingeräumt worden.

Auch der Vorwurf, dass an den Brunnen keine Einzelmessung installiert sei, gehe ins Leere, da ausschließlich die Gesamtsummen entnommenen Wassers für das Betriebsregime maßgeblich und somit meldepflichtig seien. Dieser Verpflichtung kommen die Stadtwerke Pforzheim laut der Mitteilung vollumfänglich nach.  (hp)

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