Sylt will die Wasserwende. Genauer: Insulaner und Gäste zum Trinken von Leitungswasser bewegen. Denn so wird auch viel Plastik eingespart. Die Menschen greifen noch lieber zum Flaschenwasser. "Das Bewusstsein ist generell nicht da", sagt der Geschäftsführer der Ver- und Entsorgung Norddörfer (VEN), Björn Hansen. "Die meisten verbinden Leitungswasser mit Duschen und Händewaschen."
Um die Wasserwende zu schaffen, werden die Insulaner aufgeklärt: An Ständen, in Kitas und Schulen, Restaurants, Ferienwohnungsvermietern und Hotels. Auch das Schaffen von "Trinkorte", also Trinkbrunnen und andere Orte, an denen man seine Wasserflasche auffüllen darf, sollen entstehen beziehungsweise mehr werden. So gibt es bereits einige "refill"-Stationen auf der Insel, beispielsweise in Geschäften oder Cafés, wo man seine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser auffüllen kann, wie Danica Jansen, Projektleiterin des Wasserquartiers Sylt, sagt.
"Sylt-Buddel" als eigene Marke
Energie-Versorgung Sylt (EVS) und EVN, unterstützen die Sylter Wasserwende, in dem sie beispielsweise Trinkwasserspender in Schulen aufstellen, wo die Kinder ihre Trinkflaschen auffüllen können. Diese bekommen alle Sylter Erstklässer kostenlos zur Einschulung. Die Spender würden super angenommen, sagt Hansen. Und regten zum Nachahmen an: Im heißen Sommer 2018 etwa hätten sich auch die Eltern rege bedient.
Die mehrfache Stand-up-Paddling(SUP)-Weltmeisterin und Sylterin Sonni Hönscheid, die sich für Nachhaltigkeit und Plastikfreiheit engagiert, hat zudem eine "Sylt-Buddel" designt, mit der die Macher der Sylter Wasserwende auch "emotional" die Menschen erreichen wollen, wie Beyerlein sagt. Mit der Flasche, die es aus Glas und demnächst aus Edelstahl geben soll, "wollen wir ein Stück Sylt-Identifikation schaffen". Ein Haken: Der Vermarktungsstart wird aufgrund des Corona-Virus neu diskutiert.
Eins von zwölf offiziellen Wasserquartieren
Vergangenes Jahr berwarb sich die Insel deshalb um den Titel Wasserquartier. Am 22. März - dem Welttag des Wassers - wird Sylt nun offiziell eines von bundesweit zwölf offiziellen Wasserquartieren des Vereins "a tip: tap" ("Ein Tipp: Wasserhahn"). Dessen Projekt "Wasserwende – Trinkwasser ist Klimaschutz" wirbt für Leitungswasser statt verpackter Getränke. Das Projekt wird mit 1,3 Mio. Euro vom Bundesumweltministerium gefördert. (dpa/gun)



