Das Motto des diesjährigen Weltwassertages ist „Groundwater: Making the Invisible Visible”. Was verbinden Sie damit?
„Das Unsichtbare sichtbar machen“ ist für uns natürlich unsere nachhaltige Grundwasser-Bewirtschaftung durch Infiltration. Wir sagen immer: „Wir machen den Regen nach.“ Wir können zeigen, wie wir dem Grundwasser in klimatisch angespannten Situationen helfen und wie man den Grundwasser-Speicher nachhaltig bewirtschaften kann.
Nach einem durchaus niederschlagsreichen, aber auch warmen Winter: Wie sieht derzeit die Situation in Ihrem Versorgungsgebiet aus, das ja strukturell sehr unterschiedlich ist?
Nach drei sehr trockenen und heißen Jahren war 2021 für uns kein Trockenjahr. Im abgelaufenen Winterhalbjahr hatten wir in Südhessen noch nicht so viel Grundwasser-Neubildung, wie wir gerne gehabt hätten. Im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald, wo wir die künstliche Grundwasser-Bewirtschaftung, die sogenannte Infiltration, nutzen, haben wir auskömmliche Wasserstände. Aber in manchen Gewinnungsgebieten, wo wir keine Grundwasseranreicherung durchführen können, zum Beispiel im Spessart, hätten wir gerne noch mehr natürliche Grundwasser-Spenden.
Wie gehen Sie mit der Situation um? Wieviel Potenzial hat die Infiltration noch?
Dazu führt der Wasserverband Hessisches Ried eine Machbarkeitsstudie durch, die vom Land gefördert wird. Zunächst wollen wir ermitteln, wie hoch der Wasserbedarf in Zukunft sein wird. Dann werden wir gemeinsam mit den zuständigen Behörden entscheiden: Wie gehen wir weiter vor? Wie und wo können wir die Infiltration von aufbereitetem Flusswasser erhöhen? Die Strukturen des südhessischen Leitungsverbunds sind im Wesentlichen infolge einer Trockenphase 1973 bis 1976 entstanden. Die Frage ist nun: Wie können wir sie sinnvoll ertüchtigen oder auch erweitern?
Das Interview führte Elwine Happ-Frank
Das ganze Interview können Sie in der April-Ausgabe der ZfK lesen, die am 11. April erscheint. Zum Abo geht es hier.
Weitere Gesprächspartner in der Interviewreihe zum Weltwassertag sind Karsten Specht, OOWV-Chef und VKU-Vize-Präsident sowie Vorsitzender des VKU-Leitausschusses Wasser/Abwasser, und EGLV-Chef Uli Paetzel, VKU-Präsidiums- und Vorstandsmitglied sowie stellv. Vorsitzender des VKU-Leitausschusses Wasser/Abwasser.



