Auf der E-World Energy & Water in Essen hatten die drei Unternehmen Conscoo, Ene’t sowie Fichtner das Ergebnis in Form ihrer "Bestellstrecke" erstmals vorgestellt: eine Lösung für Energieversorger, die diese in ihre IT-Strukturen einfach integrieren können. EVU-Kunden dient die "Bestellstrecke" dazu, schnell und einfach einer von ihrem Versorgungsunternehmen organisierten Stromcommunity beizutreten.
Das Besondere daran: Die Software wurde innerhalb von zehn Tagen realisiert. Stellvertretend für den gesamten gemeinnützigen Verein habe man damit gezeigt, wie kurzfristig funktionstüchtige Softwarelösungen für Energieversorger entstehen und eingesetzt werden können, heißt es in der Pressemitteilung dazu.
Softwarebausteine sofort kompatibel
"Die ausgesprochen kurzfristige Entwicklung dieses Produkts war nur auf Basis unseres Softwarestandards der Business Objects for Energy möglich", sagt Peter Martin Schroer, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft (BO4E), und fährt fort: "Alle drei Protagonisten aus unserem Verein haben ihre spezielle Expertise in den Entstehungsprozess einfließen lassen, passende Softwarebausteine zur Verfügung gestellt und miteinander kombiniert. Diese Bausteine sind BO4E-konform und deshalb ohne Entwicklung individueller Schnittstellen sofort kompatibel."
Aktueller Grund: Zukunft Energy Sharing
Der Grund, aus dem sich die BO4E-Gemeinschaft die Institution der Stromcommunity als Referenz für die Business Objects for Energy ausgesucht hat, ist aktuell. "Im Energy Sharing liegt die Zukunft und jeder Energieversorger, der sich aktiv daran beteiligt, kann davon profitieren", unterstreicht Schroer. Der Vereinsvorsitzende erklärt: "Es werden immer mehr genossenschaftliche Strukturen gegründet, in denen Prosumer Strom regenerativ sowie dezentral erzeugen, um diesen dann auch anderen Community-Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Sie handeln mit dem selbstproduzierten Strom und bestimmen die Vertragskonditionen maßgeblich mit."
Doch keine Stromcommunity ist vollkommen autark und kommt ohne externen Energieversorger aus. Wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, springen Stadtwerke respektive Lokalversorger ein, um Reststrom aus Kraftwerksressourcen oder eigenen, regenerativen Quellen zur Verfügung zu stellen. Schroer empfiehlt deshalb: "Indem sich Energieversorger als Partner für den Aufbau und das Management von Stromcommunitys jetzt positionieren, können sie sich in diesem Segment rechtzeitig Marktanteile sichern und die Reputation gegenüber ihren Kunden weiter steigern."
Blaupause für viele weitere Softwaretools
Das Energy Sharing in Stromcommunitys sei nur über digitalisierte Strukturen möglich, so Schroer. Die Steuerung und Kontrolle erfolgt ihm zufolge über passgenaue Hard- und Software, womit der Bogen zu den BO4E erneut gespannt ist. Schroer abschließend: "Basiert die Softwarearchitektur auf einem einheitlichen Standard, wie ihn die Business Objects repräsentieren, steht ihrer zügigen Implementierung nichts im Wege." (sg)



