Von Stephanie Gust
Die Digitalisierung in kommunalen Unternehmen schreitet voran – mit beachtlichem Tempo. Das ist eine zentrale Erkenntnis aus der aktuellen Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen. Sie wurde zwischen dem 11. Februar und dem 7. März 2025 unter 361 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse geben ein differenziertes Bild über Fortschritte, Herausforderungen und Erwartungen an die Politik bei der Digitalisierung wieder. Deutlich wird: Die digitale Transformation ist längst Teil des Tagesgeschäfts.
Fortschritte auf breiter Front
Drei von vier Befragten bescheinigen ihrem Unternehmen einen guten bis sehr guten Digitalisierungsgrad. Damit zeigt sich ein positiver Trend, der sich auch in konkreten Maßnahmen widerspiegelt: 87 Prozent der Unternehmen haben bereits Projekte zur IT-Sicherheit umgesetzt oder planen diese. Ebenso hoch ist die Aktivität im Bereich Kundenservice (76 Prozent) und bei der Optimierung interner Abläufe (74 Prozent). Auch digitale Angebote wie Smart Meter oder Plattformlösungen stehen bei mehr als der Hälfte der Befragten auf der Agenda.
Sicherheit bleibt oberstes Gebot
Die digitale Transformation bringt neue Anforderungen mit sich – allen voran beim Thema IT-Sicherheit. 90 Prozent der Befragten nennen steigende Sicherheitsanforderungen als zentrale Folge der Digitalisierung. Dieses klare Signal spiegelt sich auch in den Prioritäten wider: IT-Sicherheit steht ganz oben auf der To-do-Liste kommunaler Unternehmen.
Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch
Beachtenswert: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz hat sich innerhalb eines Jahres deutlich erhöht. Während 2024 noch rund ein Drittel der Befragten angab, KI im Arbeitsalltag zu nutzen, sind es 2025 bereits 52 Prozent. Die Hauptanwendungsfelder liegen in der internen Prozessoptimierung (60 Prozent) sowie im Kundendienst (49 Prozent).
Dabei überwiegen die positiven Erwartungen: 77 Prozent sehen effizientere Prozesse, 65 Prozent eine Verbesserung der Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden und 59 Prozent betrachten KI als mögliche Antwort auf den Fachkräftemangel. Gleichzeitig gibt es auch Vorbehalte – insbesondere mit Blick auf Datenschutz (41 Prozent).
Digitalisierung verändert Arbeit und Kundenbeziehungen
Neben technischen Aspekten verändert die Digitalisierung auch die Arbeitswelt: 65 Prozent der Befragten sehen Auswirkungen auf das Kundenmanagement, 58 Prozent berichten von Veränderungen in internen Abläufen und im Arbeitsalltag insgesamt. Das erfordert nicht nur technologische Anpassungen, sondern auch neue Kompetenzen und eine entsprechende Organisationskultur.
Erwartungen an die Politik: Klarheit statt Komplexität
Trotz vieler Fortschritte bleibt der Ruf nach Unterstützung aus der Politik laut. Die Unternehmen wünschen sich in erster Linie klarere rechtliche Rahmenbedingungen (74 Prozent), Unterstützung bei der IT-Sicherheit (71 Prozent) und gezielte Förderprogramme (49 Prozent). Auch der Abbau von Bürokratie und die Stärkung digitaler Souveränität werden häufig genannt.
Hürden: Zeit, Recht und Know-how
Die größten Herausforderungen liegen – wie in den Vorjahren – im Datenschutz (59 Prozent), im Mangel an zeitlichen Ressourcen (58 Prozent) sowie in Unsicherheiten bei rechtlichen und regulatorischen Fragen (56 Prozent). Weitere Hindernisse sind fehlendes Know-how (49 Prozent), interne Widerstände (46 Prozent) und der Fachkräftemangel (34 Prozent).
Fazit
Die Ergebnisse zeigen: Kommunale Unternehmen treiben die Digitalisierung engagiert voran – mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Effizienz und Bürgernähe. Gleichzeitig bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen, bei denen politische Unterstützung und praxisnahe Rahmenbedingungen entscheidend sind.
Für Stadtwerke heißt das: dranbleiben, priorisieren – und sich gegenseitig inspirieren. In diesem Rahmen bietet der Projektatlas auf kommunaldigital.de eine Plattform, um Einblicke in erfolgreiche Digitalprojekte zu gewinnen und eigene Erfahrungen zu teilen.



