Freuten sich über den erfolgreichen Labortest: die Unternehmen TMZ, EMH Metering und Robotron.

Freuten sich über den erfolgreichen Labortest: die Unternehmen TMZ, EMH Metering und Robotron.

Bild: © TMZ

Mit dieser Übertragung wurde laut TMZ erstmals ein zentraler Baustein des Gesamtsystems "dynamische Tarife mit TAF (Tarifanwendungsfall) 5" live getestet. Die Unternehmen TMZ, EMH metering und Robotron haben diese kundenfreundliche Lösung gemeinsam entwickelt. Dynamische Stromtarife können dadurch erstmals einfach, risikoarm und wirtschaftlich angeboten und genutzt werden.  
 

Grafik © TMZ

Hintergrund

Mit der TAF-5-Lösung für dynamische Tarife werden Spotmarktpreise oder spezifische Erzeugungs- oder Beschaffungsereignisse "ad-hoc" als Verbrauchsanreize an den Energiekunden weitergegeben. Werden die Verbrauchsgeräte dann durch ein Energiemanagementsystem (EMS) entsprechend gesteuert, kann der Verbraucher seine Stromkosten bedeutend senken. In ihrer Teststellung in Ilmenau zeigte TMZ die Tarifschaltung sowohl mittels solcher Ad-hoc-Preissignale als auch mittels hinterlegter Tarifzeiten. Für beide Use Cases konnte sowohl die Tarifierung mit TAF 5 als auch die Schnittstelle zum nachgelagerten Kunden-System erfolgreich demonstriert werden.

In der Praxis gibt der Energielieferant die Preissignale in Form von Befehlen für den Wechsel des Tarifregisters zunächst an den Messstellenbetreiber (MSB) weiter. Der MSB überträgt den Befehl dann an den Gateway-Administrator, der die Schaltung des TAF 5 für das SMGW umsetzt. Diese Prozesse zwischen MSB und SMGW wurden im Labor gezeigt. Über die HAN-Schnittstelle gibt das SMGW die Tarif-Informationen dann an das Energiemanagementsystem beim Kunden weiter. Auch diese EMS-Schnittstelle konnte erfolgreich demonstriert werden. Damit ist auch der Weg frei, das Tarif-Signal weiter zu verarbeiten und in einem Webportal zu visualisieren. Der Tarifstufenwechsel gewinnt auf diese Weise die erforderliche Transparenz für den Kunden.  

Fazit

„Die Tests zeigen: Dynamische Tarife lassen sich mit TAF 5 über das Smart Meter Gateway bis zum Kunden übertragen", betont Peter Heuell, Geschäftsführer von EMH Metering. „Das legt die Basis für ein kundenfreundliches dynamisches Tarifsystem.“ Auch die Abrechnung dynamischer Tarife war erfolgreich: Die Zähler haben die Energieverbräuche im Sekundentakt ausgegeben.

Für das Gesamtsystem hatten EMH metering und Robotron ein MaKo-konformes Kommunikationssystem im Backend entwickelt. Christian Hofmann von Robotron erklärt: „Für die Ad-hoc-Übertragungen nutzen wir eine WebService-Schnittstelle auf Basis der BDEW(Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)-API-Webdienste als technische MaKo. Das macht eine Kommunikation in Echtzeit möglich."

So geht es weiter

Im nächsten Schritt folgt eine erste Pilotierung des Gesamt-Systems durch die TMZ im Rahmen eines Forschungsprojektes in Thüringen. Bis zum 1. Januar 2025 soll das System dem Markt zur Verfügung stehen. Von diesem Zeitpunkt an sind alle Energielieferanten verpflichtet, dynamische Tarife anzubieten, die sich an den Spotmarktpreisen orientieren.

Jörn Lutze von TMZ ist sich sicher: „Der TAF 5 wird einer der essenziellen Treiber im zukünftigen Rollout sein und für alle Akteure einen enormen Vorteil bieten." Die konkreten Einsparmöglichkeiten von dynamischen Tarifen sind mit herkömmlichen Systemen bislang nur bedingt realisierbar. Die Skepsis der Verbraucher ist entsprechend hoch. „Mit TAF 5 lassen sich die enormen Einsparpotenziale dynamischer Tarife ganz real heben", betont Peter Heuell. (sg)

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