Solandeo ist seit 2014 bundesweit als wettbewerblicher Messstellenbetreiber tätig. Mit seinen Smart Meter-basierten Lösungen betreut das Unternehmen 13 GW an dezentraler Erzeugungsleistung – von der 3kW Aufdach-Solaranlage beim Privatkunden bis hin zum 400MW Offshore Windpark. Anlagen-Betreibern ermöglicht Solandeo eine Integration mit den IT-Plattformen von über 50 Direktvermarktern und über 30 Betriebsführern. 45 Netzbetreiber nutzen demnach die eigene Lösungen für Redispatch 2.0.
Die Gesellschaft wird bei dem Insolvenzverfahren vom Berliner Restrukturierungunternehmen Dentons unterstützt und hat die Rechtsanwälte Dirk Schoene und Judith Schmid zu Generalhandlungsbevollmächtigten bestellt. Das Gericht hat die Fachanwältin für Insolvenz- und Sanierungsrecht Dr. Susanne Berner als vorläufige Sachwalterin eingesetzt.
Noch Ende des vergangenen Jahres hatte der Messstellenbetreiber verkündet, dass der Markt funktioniere und man eine Million installierte intelligente Messsysteme anpeile.„ Wir hatten uns im Frühjahr das Ziel gesetzt von 100.000 intelligenten Messsystemen (iMSys), die wir bereits bis einschließlich 2025 ausrollen wollen. Dieses Ziel werden wir deutlich übertreffen“, freute sich noch seinerzeit im November Solandeo-CEO Friedrich Rojahn.
Das einstige Berliner Startup bewertete sich selbst als führender wettbewerblichen Smart-Meter-Betreiber, der mit Partnern wie Enpal, Sonnen und Octopus Energy digitale Smart-Meter schnell und in großen Stückzahlen ausrolle. Am 26. April hat man nun beim zuständigen Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt.
Solandeo führt Betrieb weiter fort
Solandeo will den Betrieb von Zählern und intelligenten Messsystemen (iMSys) im Eigenverwaltungsverfahren weiter fortfahren. Die Gesellschaft steht derzeit vor finanziellen Herausforderungen, heißt es. "Der angestrebte Wachstumskurs in einem zunehmend schwierigeren Finanzierungsumfeld konnte zuletzt nicht rechtzeitig und rechtssicher finanziert werden", heißt es als Begründung.
Das Eigenverwaltungsverfahren habe das Ziel, die Sanierung des Unternehmens in einem geordneten Verfahren durchzuführen. Bereits vor Antragstellung hat die Solandeo GmbH einen strukturierten Verkaufsprozess initiiert, der im Eigenverwaltungsverfahren fortgesetzt wird.
Überzeugt von Sanierung
Die Geschäftsführung der Gesellschaft ist nach eigenen Angaben davon überzeugt, dass die Sanierung im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens gelingen wird. „Während des bereits laufenden Verkaufsprozesses haben wir schon äußerst erfolgversprechende Gespräche mit Interessenten führen können. Unser Ziel ist es, nunmehr schnellstmöglich den zukünftigen Investor zu finden und mit diesem den bereits eingeleiteten Sanierungsprozess erfolgreich zum Abschluss zu bringen.“ (sg)



