Tests bestanden: Ein Team des Bayernwerks konnte in einer Versuchsreihe Steuerbefehle für PV, Wallbox & Co. direkt aus dem Smart-Meter-Gateway senden.

Tests bestanden: Ein Team des Bayernwerks konnte in einer Versuchsreihe Steuerbefehle für PV, Wallbox & Co. direkt aus dem Smart-Meter-Gateway senden.

Bild: © Bayernwerk

Der Smart-Meter-Rollout gewinnt bei mehreren großen Verteilnetzbetreibern an Fahrt. Während die Pfalzwerke Netz AG beim Aufbau einer flächendeckenden Kommunikationsinfrastruktur vorankommt, meldet die Bayernwerk Netz GmbH Erfolge bei der Steuerung von Flexibilitäten direkt aus dem Smart-Meter-Gateway. Beide Projekte adressieren zentrale Voraussetzungen für den künftigen Netzbetrieb.

Pfalzwerke setzen auf Breitband-Powerline im Rollout

Die Pfalzwerke Netz AG ist gemeinsam mit Dienstleistern in den großflächigen Ausbau ihrer Kommunikationsinfrastruktur für den Smart-Meter-Rollout gestartet. Seit Oktober 2025 werden Smart-Meter-Gateways über ein WAN-as-a-Service angebunden. Bereits rund 1000 Endpunkte sind in Betrieb, weitere 15.000 sollen im Jahr 2026 folgen. Aktuell befinden sich mehrere tausend Einheiten im Einbau.

Im Projekt übernimmt die PPC-Tochter Coms4Grid die Bereitstellung der Breitband-Powerline-Hardware, die technische Anbindung an den Gateway-Administrator sowie Serviceleistungen rund um Installation und Betrieb. Für die netzseitige Überwachung kommt ein Netzwerk-Managementsystem der Power Plus Communications AG (PPC) zum Einsatz. Die Gerätebeschaffung, Qualitätssicherung und die zertifizierte Gateway-Administration liegen bei der Voltaris GmbH, einer 50-Prozent-Tochter der Pfalzwerke Aktiengesellschaft.

Der Rollout erstreckt sich über Teile der Vorderpfalz, den Pfälzer Wald und den Donnersbergkreis. Ziel ist es, insbesondere in Kellerräumen eine stabile Anbindung der Gateways sicherzustellen. Nach Angaben der Projektpartner wird dabei eine Konnektivitätsquote von über 90 Prozent erreicht. Ergänzend setzt die Pfalzwerke Netz AG neben Breitband Powerline auch auf Mobilfunklösungen sowie die 450-MHz-Technologie, um die Rollout-Vorgaben technologieoffen umzusetzen.

Bayernwerk testet Steuern aus dem Gateway heraus

Parallel dazu treibt die Bayernwerk Netz GmbH die Weiterentwicklung der Steuerungsarchitektur voran. In einer gemeinsamen Versuchsreihe mit der Power Plus Communications AG wurde erfolgreich getestet, Steuerbefehle direkt aus dem Smart-Meter-Gateway an Anlagen wie Photovoltaiksysteme, Wallboxen oder Speicher zu übertragen – ohne den Einsatz zusätzlicher Steuerboxen.

Zwischen September und Oktober 2025 wurden mehr als 1000 Steuerungsvorgänge durchgeführt. Die Erfolgsquote lag bei 99,63 Prozent. Grundlage für den Ansatz ist das neue BSI-Schutzprofil PP-0073 in der Version 2.0, das seit Ende 2024 die Annahme und lokale Weiterleitung von Steuerbefehlen im Smart-Meter-Gateway erlaubt. Als Kommunikationsstandard kommt EEBUS zum Einsatz.

Technisch umgesetzt wurde der Test mit dem Smart Meter Gateway "SMGWplus" von PPC. Unterstützt wurde die Versuchsreihe zudem von Westenergie Metering sowie dem Softwareanbieter Robotron. Entwickelt und gefördert wurde das Vorhaben im Rahmen des Projekts "BDL Next", an dem auch das Bundeswirtschaftsministerium und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt sind.

Softwareupdate statt Steuerbox

Nach Angaben des Bayernwerks ist ein Großteil der bereits installierten Smart-Meter-Gateways technisch für die neue Steuerungslogik vorbereitet. Voraussetzung ist allerdings die noch ausstehende Zertifizierung des entsprechenden Softwarestacks durch die Gateway-Hersteller. Diese soll Anfang 2026 beginnen, eine breitere Nutzung wäre ab Mitte 2026 möglich. "Weniger Hardware und Schnittstellen reduzieren die Komplexität der Systeme in den Haushalten", sagt Bayernwerk-Geschäftsführer Joachim Kabs. Das erleichtere die Umsetzung und könne den Rollout insgesamt beschleunigen.

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