Octopus Energy bringt Bewegung in den Smart-Meter-Rollout.

Octopus Energy bringt Bewegung in den Smart-Meter-Rollout.

Bild: Octopus Energy

Von Daniel Zugehör

In vielen europäischen Ländern sind intelligente Messsysteme längst Standard. In Deutschland dagegen bleibt die Wissenslücke groß: Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "YouGov" können 58 Prozent der Bevölkerung weiterhin nichts mit dem Begriff "Smart Meter" anfangen.

Damit sind es etwas weniger als im Vorjahr mit 60 Prozent. Beauftragt hat die Umfrage die sogenannte Smart-Meter-Initiative, zu der sich vier Anbieter dynamischer Stromtarife zusammengeschlossen haben: Octopus Energy, Ostrom, Rabot Charge und Tibber.

Selbst unter denjenigen, die mit Smart Metern vertraut sind, herrscht Verwirrung. Nur 27 Prozent wissen demnach, dass der Messstellenbetreiber für die Bestellung zuständig ist. Fast die Hälfte hält fälschlicherweise den Stromanbieter für den richtigen Ansprechpartner.

Hindernis für den Rollout

Diese Wissenslücke kann ein weiteres Hindernis für den ohnehin lahmenden Smart-Meter-Rollout sein. Seit Januar 2025 sind diese Geräte für Haushalte mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden oder einer Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von mehr als sieben Kilowatt Pflicht.

Ebenfalls dazu verpflichtet sind Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen oder Wärmepumpen, die nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen wurden.

Dynamische Tarife werden bekannter

Deutlich positiver entwickelt sich das Bewusstsein für dynamische Stromtarife. Hier stieg der Bekanntheitsgrad innerhalb eines Jahres von 38 auf 50 Prozent. Von diesen konnte mehr als die Hälfte (51 %) deren Funktionsweise korrekt wiedergeben – ein Plus von elf Prozentpunkten gegenüber 2024.

Auch wenn das Bewusstsein wächst, wissen viele nichts von den möglichen Nutzen solcher Tarife. 41 Prozent der Befragten sehen persönliche Vorteile durch Smart Meter – ein leichter Anstieg gegenüber 35 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig wissen aber 32 Prozent immer noch nicht, wie sie profitieren könnten.

Von negativen Strompreisen – also Zeiten, in denen viel Strom im Netz ist und der Bezug vergütet wird – haben 65 Prozent der Befragten noch nie gehört (2024: 66 %). Aus Sicht der Auftraggeber der Umfrage lassen sich Endkundinnen und -kunden damit finanzielle Vorteile entgehen.

Sie verweisen darauf, dass die Zahl negativer Strompreise 2025 steigt. Stand heute seien 465 Stunden mit negativen Preisen registriert worden. Das sei mehr als im gesamten Vorjahr. Zur Wahrheit dieses Tarifmodells gehört aber genauso: Da die Preise nach unten und oben schwanken, können die Kosten auch steigen. Vor allem in der Energiekrise stand der Markt unter hohem Preisdruck, dynamische Tarife waren dadurch vergleichsweise teuer.

Forderung an die Bundesregierung

Die Initiative betont darüber hinaus die Bedeutung von Smart Metern und dynamischen Tarifen für die Energiewende. Diese seien essenziell für das Gelingen der Transformation. Das habe die Bundesregierung zwar grundsätzlich erkannt, jedoch zu wenig darüber informiert. Die Unternehmen fordern von ihr nun: "Aufklärung der Bevölkerung, einfachere Prozesse und niedrigere Preise".

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