Von Stephanie Gust
"Aus meiner Sicht stehen mehrere Themen im Fokus der Smart-City-Entwicklung", sagt Lucia Wright, Director bei der Unternehmensberatung bei Haselhorst Associates Consulting. Dazu gehöre die datengetriebene Entscheidungsfindung, die Städte – auch mithilfe von KI – in die Lage versetzt, ihre Planungsprozesse effizienter zu gestalten.
Außerdem werde die Entwicklung von Smart Cities stark von Resilienzstrategien geprägt sein, sagt die Leiterin des Bereichs Urbane Transformation bei Haselhorst. "Das heißt, Städte agieren wie eine Art Schutzschild gegen äußere Bedrohungen, indem sie Systeme entwickeln, die nicht nur widerstehen, sondern sich nach einer Krise schnell wieder erholen können. Dazu gehört der Ausbau von Frühwarnsystemen sowie der Aufbau widerstandsfähiger Infrastrukturen", erläutert Wright.
Solche Maßnahmen würden Städten helfen, sich besser auf Naturkatastrophen, geopolitische Unsicherheiten und andere Krisen vorzubereiten. Weitere Aspekte, die den Markt vor allem 2025 prägen werden, sind Wright zufolge intelligente Mobilitätskonzepte sowie die leider noch unzureichende digitale Inklusion, die dringend angegangen werden muss.
Herausforderungen für Stadtwerke
"Die urbane Transformation ist sehr komplex. Entsprechend müssen auch Stadtwerke einen guten Umgang damit finden und umfassende Veränderungen in ihrer Infrastruktur und Organisation anstoßen", sagt Wright. Darüber hinaus ergebe sich für Stadtwerke eine weitere Herausforderung in Form hoher Cybersecurity-Risiken. Hier bedürfe es strenger Sicherheitsstrategien und einer kontinuierlichen Überwachung.
Zudem stelle die Transformation die Stadtwerke vor finanzielle Herausforderungen – gerade mit Blick auf hohe Investitionskosten und Unsicherheiten über langfristige Förderungen. "Schlussendlich überwiegen jedoch die Chancen, die sich aus der urbanen Transformation auch für Stadtwerke ergeben. So können sie ihre Infrastruktur und Leistungen mithilfe der Datennutzung optimieren, sie können ihre Rolle als zentrale Akteure in der Krisenvorsorge stärken, indem sie den Ausbau resilienter Stromnetze vorantreiben und sie können die Entwicklungen in den einzelnen städtischen Bereichen dazu nutzen, sinnvolle und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln", empfiehlt Wright.
Gezielt strategische Partnerschaften mit Technologieanbietern eingehen
Nach der Frage, wie sich Stadtwerke bei Smart Cities positionieren sollten, damit sie in diesem Rahmen Geschäftsmodelle unter Abwägung der Risiken und Chancen sinnvoll umsetzen können, rät Wright zu folgendem: Stadtwerke sollten gezielt strategische Partnerschaften mit Technologieanbietern und kommunalen Akteuren eingehen, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für Smart Cities zu entwickeln.
"Wichtig ist auch, dass sie resiliente Prozesse und Arbeitsabläufe integrieren und konkrete Resilienzstrategien entwickeln, um ihre Infrastruktur vor Krisen und Naturkatastrophen abzusichern. Ein großes Potenzial bergen auch innovative Geschäftsmodelle im Erneuerbare-Energien-Bereich, etwa wenn es um den Peer-to-Peer-Energiehandel oder den Aufbau von Smart Grids geht. Außerdem sollten Stadtwerke dringend die digitale Inklusion vorantreiben – etwa, indem sie barrierefreie digitale Plattformen aufbauen und den Ausbau öffentlicher digitaler Dienste fördern. Nur so können schließlich alle Bürgerinnen und Bürger von den Smart-City-Initiativen profitieren", so ihr Fazit.



