Bereits in der Energiekrise entwickelten die Stadtwerke ein dynamisches Tarifmodell für lastganggemessene Gewerbekunden.

Bereits in der Energiekrise entwickelten die Stadtwerke ein dynamisches Tarifmodell für lastganggemessene Gewerbekunden.

Bild: © Stadtwerke Völklingen

Mit innovativen Versorgungslösungen wollen die Stadtwerke Völklingen den steigenden Anforderungen des Energiemarktes sowie dem privatwirtschaftlichen Wettbewerb begegnen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Einführung dynamischer Stromtarife und deren automatisierte Abrechnung über die SaaS-Plattform von Solarize. Ziel ist es, das Angebot künftig auch für Haushaltskunden mit intelligenten Messsystemen auszuweiten.

Das kommunale Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitenden versorgt etwa 19.000 Stromkunden aus Haushalten, Gewerbebetrieben und Wohnungswirtschaft. Neben der Energie- und Wasserversorgung engagieren sich die Stadtwerke auch in den Bereichen Netzinfrastruktur und Mobilität.

Dynamische Tarife als Antwort auf volatile Märkte

Bereits in der Energiekrise entwickelten die Stadtwerke ein dynamisches Tarifmodell für lastganggemessene Gewerbekunden. Dieses ermöglichte es, kurzfristig vom teils niedrigen Spotmarktpreis zu profitieren – eine Alternative zu den damals oft teuren Sonderverträgen mit Back-to-Back-Beschaffung. Die Lösung stieß auf reges Kundeninteresse, war in der Abrechnung bislang jedoch arbeitsintensiv: Verbrauchsdaten wurden manuell in Excel verarbeitet und in das ERP-System überführt.

Effizienzschub durch automatisierte Prozesse

Mit Solarize wurde dieser Prozess nun automatisiert. Die Plattform übernimmt sowohl die Preiskalkulation als auch die Weiterleitung der Abrechnungsdaten ans ERP-System. Basis dafür sind Verbrauchsdaten, die über MSCONS aus dem Energiedatenmanagement bezogen werden. Innerhalb von drei Monaten war die Lösung inklusive buchhalterischer Schnittstellen produktiv. "Besonders überzeugt hat uns die technische Performance der Plattform: Lastgangdaten stehen unmittelbar nach der Zähleranlage bereit und ermöglichen eine nahtlose Weiterverarbeitung", sagt Martin Germann, Prokurist und Vertriebsleiter bei den Stadtwerken.

Rollout für Haushaltskunden geplant

Im nächsten Schritt soll die Lösung auf Haushaltskunden mit intelligenten Messsystemen ausgeweitet werden. Die technischen Voraussetzungen sind laut Stadtwerken geschaffen: Rund 8000 moderne Messeinrichtungen wurden bereits im Stadtgebiet installiert und sind "iMSys ready".

Mit der automatisierten Abrechnung wollen die Stadtwerke auch hybride Modelle mit Spotmarktkomponente sowie Mieterstromprodukte realisieren. Die gewonnene Effizienz schafft Germann zufolge Freiräume, um die Angebotspalette weiter auszubauen. (sg)

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