“Gerade im Bestand ist die Mieterakquise ein ganz zentraler Baustein”, sagt Dienstleister Einhundert.

“Gerade im Bestand ist die Mieterakquise ein ganz zentraler Baustein”, sagt Dienstleister Einhundert.

Bild: © Einhundert

Mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) st der Smart-Meter-Rollout beschlossene Sache – ebenso wie die Gleichstellung des virtuellen mit dem physischen Summenzählers. Der Mieterstromanbieter Einhundert Energie GmbH setzt bereits Projekte mit virtuellen Summenzählern um und erwartet, dass durch die Gesetzesänderung der Anteil geeigneter Gebäude für Mieterstrom um 50 Prozent steigt.
 

Gleichstellung des virtuellen Summenzählers mit dem physischen Summenzähler

Im Gegensatz zum physischen Summenzähler, der bisher in der Regel installiert werden musste, können nun intelligente Messsysteme (Smart Meter) eingesetzt werden, um die Photovoltaik (PV)-Stromerzeugung und den Stromverbrauch der Nutzer innerhalb einer Liegenschaft digital zu erfassen und dann mittels Software zu aggregieren. Dieses digitale Messkonzept wird als virtueller Summenzähler bezeichnet.

Bislang war es aufgrund komplexer Regelungen schwierig, dieses Modell flächendeckend in Deutschland durchzusetzen, so Einhundert. Mit dem neuen Gesetz werde der virtuelle Summenzähler beim Einbau intelligenter Messsysteme nun bundesweit möglich – er ist dem physischen Summenzähler gleichgestellt.

Kosteneinsparungen von 20 Prozent bei Material und Handwerkern

Da Stromerzeugung und -verbrauch am Netzanschluss durch die Gesetzesänderung nur noch virtuell gemessen werden müssen, entfallen Investitionen in teure Messtechnik und Handwerkerkapazitäten, erklärt Einhundert. Pro Netzanschluss können so rund 8.000 Euro eingespart werden – das sind rund 20 Prozent der Gesamtkosten pro Netzanschluss eines Mieterstromprojekts.

Und das ganz ohne Subventionen. PV-Mieterstromprojekte könnten so schneller, effizienter und kostengünstiger umgesetzt werden. Die notwendige Energiewende in Gebäuden wird dadurch deutlich beschleunigt, betont der MIeterstromanbieter.

50 Prozent mehr Projekte realisierbar

Bisher waren Mieterstromprojekte in Bestandsquartieren dem Unternehmen zufolge aufgrund der hohen Kosten für einen physischen Summenzähler oftmals unwirtschaftlich. Durch die Kostenersparnis mit dem virtuellen Summenzähler könnten nun mehr Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden. Einhundert rechnet damit, dass sich künftig 50 Prozent mehr Gebäude für ein PV-Mieterstromprojekt eignen.

Konkret bedeutet dies, dass Baukostenzuschüsse für die Elektroinstallation im Rahmen von Mieterstromprojekten sinken oder sogar wegfallen können.

„Wir sind derzeit dabei, Projekte neu zu bewerten und zu kalkulieren, da sich nun eine Vielzahl von Projekten besser rechnen wird“, erläutert Dr. Ernesto Garnier, CEO und Gründer der Einhundert, die Änderungen für den Mieterstrommarkt. „In der Vergangenheit mussten wir bei vielen Projekten hohe Baukostenzuschüsse für die Elektrik ansetzen.“ Das ist jetzt anders: „Durch die Gesetzesänderung können wir unsere Smart-Meter-Kompetenz endlich dafür nutzen, die Projektkosten für Immobilienunternehmen zu minimieren.“

Virtueller Summenzähler bei der Rheinwohnungsbau in Düsseldorf bereits umgesetzt

Einhundert setzt mit dem Wohnungsunternehmen Rheinwohnungsbau GmbH in Düsseldorf schon jetzt Mieterstrom mit virtuellem Summenzähler um. Da die Projekte vor der Gesetzesänderung gestartet wurden, waren hier noch bilaterale Vereinbarungen durch konstruktive Gespräche mit dem zuständigen Netzbetreiber nötig. Durch das GNDEW sind aufwändige bilaterale Vereinbarungen künftig nicht mehr notwendig.

Bei dem Projekt mit der Rheinwohnungsbau handelt es sich um ein großes Gebäudeportfolio, allerdings mit kleineren Objekten. Gerade hier zeige der virtuelle Summenzähler seine Wirkung – ohne das virtuelle Messkonzept wären viele der Projekte nicht umsetzbar gewesen. Da die meisten Gebäude jeweils einen eigenen Netzanschlusspunkt haben, wären die Kosten zu hoch gewesen.

Bald sollen 450 Wohnungen in 60 Gebäuden mit Strom vom eigenen Dach versorgt werden. Die PV-Anlagen haben insgesamt eine installierte Leistung von 700 Kilowatt Peak, das entspricht durchschnittlich 615 Megawattstunden Strom pro Jahr – ein Boost für die urbane Energiewende.

Smart Meter und Software für die Umsetzung des virtuellen Summenzählermodells unerlässlich

Um das neue Messkonzept in der Praxis umsetzen zu können, bedarf es einiger Voraussetzungen. Zum einen ist die Installation von Smart Metern an allen Untermessungen notwendig. Zum anderen wird eine Software benötigt, um die Stromflüsse virtuell abbilden und bilanzieren zu können. Beides setzt die Einhundert Energie GmbH seit ihrer Gründung im Jahr 2017 um.

Mit Hilfe der installierten Smart Meter und der Software werden die Energieflüsse im Gebäude visualisiert. Zudem können die Stromkunden auf der Softwareplattform ihre CO2-Einsparungen sowie die aktuellen Kosten in Echtzeit einsehen. Abgerechnet wird monatlich und nur der tatsächlich verbrauchte Betrag. (sg)

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