"Wir werden keine Betaversionen ausliefern – die neue Version ist im Jahr 2023 komplett mit allen Funktionen für die Praxis verfügbar", so iS Software.

"Wir werden keine Betaversionen ausliefern – die neue Version ist im Jahr 2023 komplett mit allen Funktionen für die Praxis verfügbar", so iS Software.

Bild: © AndSus/AdobeStock

Im Großen und Ganzen verlief der Dezemberabschlag bei den IT-Häusern reibungslos. SIV und Powercloud verwiesen darauf, dass es bei ihnen Herausforderungen bei einigen Fällen „aufgrund ungünstiger Konstellationen“ gab.

„Alle unterschiedlichen Konstellationen mit unterschiedlichen Preisanpassungen sowie der komplexen Ermittlung von Abschlägen und den vorhandenen unterschiedlichen Abschlagsverfahren zu berücksichtigen, war in der kurzen Zeit nicht möglich“, so Powercloud. Die überwiegende Masse der Verträge sei jedoch erfolgreich verarbeitet worden.

Energiepreisbremse bis Januar machbar?

Nun im Januar gilt es die Energiepreisbremse für größere Industriekunden umzusetzen. SIV erklärte, dass man hier im Zeitplan liege und die Auslieferung dazu Ende Janaur/Anfang Februar plane, damit im Februar abgerechnet werden könne. Größte Hürde seien hier bislang ungeklärte Fragestellungen, die das Gesetz nicht beantwortet. Hier erwarte man vor allem Vorgaben für Spezialfälle.

Eine kundenfreundliche Lösung für die Industrie hat die ITC AG nach eigenen Angaben gefunden: Mit Hilfe von Tarifrechnern und Portal-Apps könne man die Umsetzung zur Preisbremse fristgerecht liefern.

Schleupen erklärte, dass die Frist bis Januar zu kurz für eine Lösung sei, um den komplexen Prozessen gerecht zu werden. Für die größeren Industriekunden müsse zunächst bei den Lieferanten manuell gearbeitet werden. „Das ist nicht schön, aber möglich, da es sich nicht um ein Massengeschäft handelt“.

Eindeutige Werte: Mangelware

Ähnlich die Bewertung bei Powercloud, die aktuell keine Industriekunden im größeren Maße in den Systemen haben. Diese müssten gegebenenfalls einzeln abgebildet werden. „Eine Umsetzung bis Februar wäre allerdings nach aktuellem Stand und der notwendigen Priorisierung des Massengeschäfts nicht möglich. Hier ist es notwendig, entsprechende Rechnungen vorab zu stellen und nach Fertigstellung zu korrigieren.

Beklagt wird auch hier, dass weiterhin viele Werte nicht eindeutig sind bzw. sehr spät einigermaßen definiert wurden. „Hier helfen unsere kundenübergreifenden Abstimmungsrunden, um eine Lösung für zumindest einen großen Teil des Marktes zu defijnieren“, so Powercloud. Dabei achte man besonders auf eine Nachvollziehbarkeit bei Endkunden und stabile Prozesse.

Umsetzung bis März möglich?

Auf die Frage, ob sich die Energiepreisbremse IT-technisch bis März  umsetzen lässt, erklärten alle befragten Unternehmen – Lynqtech, ITC, Powercloud, Schleupen und SIV – dass dies machbar sei, wenn keine weiteren Projekte des Gesetzgebers auftreten. Powercloud rechnet allerdings mit größeren Schwierigkeiten, da gleichzeitig Millionen von Kundenanschreiben erzeugt werden müssen. Lynqtech verweist darauf, dass noch offene Punkte geklärt werden müssten. Aktuell warte man etwa noch auf eine Definition des Gesetzgebers für den Datenaustausch zwischen Alt- und Neulieferungen bei einem Kundenwechsel warte.

Die Anwendungshilfe des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, die seit Ende Dezember verfügbar ist, erweise sich zudem in der Praxis als äußerst hilfreich, so Lyntech. Schleupen erwartet aufgrund des Gesetzgebungsprozesses noch weitere aktualisierte Fassungen.

Verschiebt sich die MaKo 2023?

Bestrebungen in der Politik, die Marktommunikation 2023 (MaKo) aufgrund der vielen Anforderungen zu verschieben, verzeichnet keiner der Befragten. Laut SIV gebe es hier zwar erste Überlegungen, aber noch nichts Spruchreifes.

Lynqtech verweist darauf, dass noch weitere regulatorische Anforderungen anstehen, die zeitgleich umgesetzt werden müssen. „Zu nennen wären in diesem Zusammenhang biespielsweise das Gesetz zur Aufteilung der Kohlendioxidkosten sowie die Steuerbefreiung für Photovoltaik-Anlagen.

Zu viele Anforderungen in zu kurzer Zeit

„In Summe ist die Dichte an regulatorischen Anforderungen und die Kurzfristigkeit im Jahr 2023 deutlich zu hoch. Generell wäre eine Reduktion der Dichte oder auch Beschränkung auf wichtige Themen, die einen Mehrwert für Endkunden haben, sinnvoll“, so der Appell von Powercloud.

Ohnehin hätten einige Änderungen großen Aufwand verursacht, würden dem Endkunden und den EVU-Kunden jedoch keinen messbaren Vorteil bringen. „Eine Auswirkungsanalyse mit einer Gesamtrechnung erscheint auch hier angebracht“, erklärt Powercloud.

Unterstützung der Kunden

Deutlich gestiegen sei auch der Andrang bei den Kunden aufgrund der Energiepreiskrise. „Wir bieten Hilfen zur Formulierung von Texten an, die für die digitale Kommunikation genutzt werden können“, erkärte Schleupen. Über Portallösungen und die App SchleupenOne könne man zudem durch zielgenaue Informationen die Menge der Anfragen reduzieren.

Die SIV AG unterstützt seine Kunden hier über ihren Abrechnungsdienstleister, während sich Powercloud darauf konzentriert möglichst klare und eindeutige Prozesse abzubilden und den Endkunden im Blick zu behalten, um Fragen möglichst gut zu erkennen und zu lösen.

Nachfrage an Online-Self-Service-Portalen steigt

Nach der Erfahrung von Stefan Adler, CTO der ITC AG, werden zunehmend Prozesse aus den Kundencenter in bestehende Online-Self-Service-Portale verlagert. Dazu zählen etwa Zwischenablesungen und Abschlagsanpassungen.

„Insgesamt ist die Nachfrage nach Online-Services- und Portal-Apps in den vergangenen Wochen und Monaten gestiegen. Ein Kundenportal, das vor Jahren vielleicht noch als Nische galt, ist heute einfach eine Selbstverständlichkeit in der Kommunikation zum Kunden.

Nervennahrung für gestresste Mitarbeiter

Eine Unterstützung besonderer Art bietet Lynqtech: Mitarbeitende von EVU können dort kostenfrei ein Power-Paket (www.lynq.tech/Kundenservice) bestellen, das neben ein wenig Nervennahrung auch Informationen dazu erhält, wie sich der Kundenservice optimieren lässt.

Darüber hinaus würden sich über das eigene Selfservice-Portal sowie zahlreiche automatisierte Prozesse steigende Anfragen entspannter handhaben lassen. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper