„Die Anforderungen sind im Grunde ähnlich, nur das ein Stadtwerk ein in der Fläche verteiltes Netz mit vielen kleinen Anlagen instand halten muss. Unser Netz ist dagegen, von Pumpwerken abgesehen, an einem großen Standort zentriert", erklärt Illo Vogelhaupt, Kaufmännischer Leiter des GKW Bitterfeld-Wolfen. Die Zahl der Anlagen sei damit vielleicht geringer, dafür seien diese und die zugrunde liegenden Prozesse komplexer und eher mit Unternehmen aus der chemischen Industrie vergleichbar.
Entscheidend war für ihn dabei die integrierte Abbildung der Prozesse in einem Gesamtsystem. „Wilken bot hier mit der NTS.suite eine integrierte Standardsoftware, die unsere Anforderungen sowohl in der Breite als auch in der Tiefe am besten abbildete. Zudem setzt die Lösung mit Microsoft auf eine technologische Basis, die uns Investitionssicherheit bietet", erläutert Vogelhaupt die Entscheidung.
Technologie- und Entwicklungspartnerschaft
In einer engen Technologie- und Entwicklungspartnerschaft mit Wilken will das GKW Bitterfeld-Wolfen nun die NTS.suite noch besser auf die Anforderungen in der Abwasserwirtschaft ausrichten. „Wir würden uns freuen, wenn wir damit auch weitere Werke in Deutschland für diese Lösung gewinnen könnten", erklärt Peter Schulte-Rentrop, Vertriebsleiter Versorgungswirtschaft bei der Wilken Software Group. In einem ersten Schritt wurden die Module für das Finanz- und Rechnungswesen sowie für die Bauauftragsverwaltung bereits in Betrieb genommen. Die weiteren Module für die Instandhaltung und das Mobile Workforce Management folgen in den nächsten Monaten.
Das 1994 in Betrieb genommene Gemeinschaftsklärwerk Bitterfeld-Wolfen zählt zu den modernsten und größten Kläranlagen in Mitteldeutschland und beschäftig rund 60 Mitarbeiter. Hier werden neben den industriellen Abwässern des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen auch die kommunalen Abwässer aus dem Einzugsgebiet des Abwasserzweckverbandes Westliche Mulde gereinigt. Darüber hinaus ist das Unternehmen zentral im Bereich der Grundwassersanierung am Standort Bitterfeld eingebunden. Im Jahr 2012 wurde die Anlage zudem um eine anaerobe Abwasservorbehandlungsanlage erweitert. Die umweltgerechte Entsorgung des im Reinigungsprozess anfallenden Klärschlammes erfolgt seit 1996 in einer Klärschlammverbrennungsanlage. Bis 2024 soll ein weiterer Ausbau erfolgen, durch den die Kapazität der Anlage verdoppelt wird.
Die dichte Ansiedlung von Chemieunternehmen seit mehr als 100 Jahren am Standort Bitterfeld-Wolfen hatte in der Vergangenheit zu einer erheblichen Umweltbelastung geführt. Schon vor der Wiedervereinigung musste das damalige Chemiekombinat der DDR daher ein wasserwirtschaftliches Entsorgungskonzept erarbeiten. Heute ist die Gewässerqualität der Region auf einem sehr guten Weg. Das GKW mit seiner leistungsstarken Klärwerkstechnik sei und bleibe dabei der zentrale Baustein dieser positiven Entwicklung. (sg)



