Speicher sind für die Energiewende unverzichtbar.

Speicher sind für die Energiewende unverzichtbar.

Bild: © phonlaimaiphoto/AdobeStock

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) möchte die Debatte um die sogenannte Dunkelflaute versachlichen. In öffentlichen Diskussionen werde sie häufig als "unüberwindbare Hürde" der Energiewende dargestellt, moniert der Verband.

Der Begriff soll Zeiten geringer Wind- und Solarstromerzeugung beschreiben, wenn wenig oder kein Wind weht und die Sonne kaum oder gar nicht scheint. In einem zunehmend erneuerbaren System sind darum Energiespeicher unverzichtbar.

Reiche: "Batteriespeicher schaffen das heute nicht."

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat kürzlich allerdings unterstrichen, dass die Kapazitäten aktuell noch nicht ausreichen würden. "2025 hatten wir an 40 Tagen eine Versorgung mit erneuerbaren Energien von unter 20 Prozent", sagte Reiche anlässlich des Handelsblatt-Energiegipfels in Berlin.

Für diese wenigen Tage brauche Deutschland zuschaltbare Kraftwerke, die auch länger als zehn Stunden Strom produzierten – gemeint sind die vom Bund geplanten neuen Gaskraftwerke mit insgesamt zwölf Gigawatt (GW) Leistung. "Batteriespeicher schaffen das heute nicht", so Reiche.

BNE widerspricht Ministerin

Der BNE widerspricht: "Dunkelflauten sind dank eines intelligenten Stromsystems heute, morgen und übermorgen sicher beherrschbar", betonte Geschäftsführer Robert Busch im Rahmen eines Webinars.

Ein klimaneutrales, resilientes und bezahlbares Stromsystem lässt sich aufbauen.

Mit Flexibilität sowie kurz- und langfristigen Speichern und steuerbaren Erzeugungskapazitäten lasse sich ein klimaneutrales, resilientes und bezahlbares Stromsystem aufbauen, das auch die längere Dunkelflaute zuverlässig übersteht, ist Busch überzeugt.

Batterien und Pumpspeicher in Zahlen

Laut aktuellen Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Stand: 29. Januar) sind in Deutschland derzeit Batteriespeicher mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 25 Gigawattstunden und einer Leistung von annähernd 17 GW installiert, dazu Pumpspeicher mit knapp 10 GW Leistung.

Demgegenüber summiert sich die an Land und auf See installierte Windenergie auf mehr als 78 GW, Fotovoltaik auf fast 226 GW.

Zwei Schlüssel gegen Dunkelflauten

Dennoch bleibt der Verband zuversichtlich. Zwei Schlüssel seien entscheidend: Zum einen könne Verbrauch gezielt verschoben werden, Batteriespeicher könnten außerdem Lastspitzen glätten und den Bedarf an "teuren Spitzenkraftwerken" senken, führt der BNE weiter aus.

Für längere Zeiträume ließen sich zudem erneuerbare Langzeitspeicher wie Biogas, Biomethan und perspektivisch grüner Wasserstoff einsetzen. Energie könne hier saisonal gespeichert und flexibel verstromt werden.

Themenwebsite gelauncht

Am 29. Januar hat der BNE mit einer digitalen Diskussionsrunde mit Branchenvertreterinnen und -vertretern sein neues Informationsangebot "Sicher durch die Dunkelflaute" gelauncht, bestehend aus einer Themenwebsite sowie einem zweiseitigen Faktenpapier (PDF).

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