Im nordfriesischen Reußenköge ist ein Baustein der norddeutschen Energiewende ans Netz gegangen: Der Windenergieprojektierer Dirkshof und die EWE-Tochter Bestoraged haben einen Großbatteriespeicher in Betrieb genommen.
Die Anlage verfügt über eine Leistung von 20 Megawatt und eine Kapazität von 40 Megawattstunden. Damit kann sie Überschussstrom aus dem nahen Windpark aufnehmen und zeitversetzt wieder einspeisen. "Windkraft, die bleibt, auch wenn der Wind nicht weht", lautet die dazu passende Marketing-Poesie.
Batterien sind direkt mit der Windkraft verbunden
Der Speicher steht auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern und ist direkt an die bestehenden Windenergieanlagen angebunden. Ziel ist es, die schwankende Erzeugung aus Windenergie flexibler nutzbar zu machen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Für den Projektierer Dirkshof stellt das Projekt einen wichtigen Meilenstein dar. Das Unternehmen plant und betreibt seit 1989 Windenergieanlagen. Seit 2024 betreibt es aber auch eigene Großbatterien und sammelt Erfahrungen in der Direktvermarktung. Geschäftsführer Dirk Ketelsen betont, dass ein stabiles Gesamtsystem nur durch das Zusammenspiel von Erzeugung, Netz und Speichern funktionieren könne. Der neue Großbatteriespeicher sei somit ein logischer nächster Schritt im Ausbauportfolio von Dirkshof und ein Beitrag zur Netzstabilität.
Bestoraged wiederum verantwortete Planung, Bau, Betrieb und Wartung der Anlage. Das Oldenburger Unternehmen setzt dabei auf modulare und skalierbare Systeme, um kurze Bauzeiten und eine effiziente Flächennutzung zu ermöglichen.
Moderne Großbatteriespeicher erreichen Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren und profitieren von einer steigenden Packungsdichte, die höhere Energiemengen auf kleinerem Raum ermöglicht. Deutschlandweit existieren inzwischen rund 300 solcher Anlagen, deren Gesamtkapazität sich auf mehrere Gigawattstunden summiert.




