Ein Streik in Australiens größter LNG-Anlage scheint fürs Erste abgewendet zu sein. In der Folge sanken die Gaspreise am liquidesten europäischen Handelsplatz TTF deutlich. Der Frontmonat wurde am Donnerstagmittag zu weniger als 33 Euro pro MWh gehandelt. Zwei Tage zuvor war das gleiche Produkt noch zehn Euro teurer gewesen.
Ausgangspunkt war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach sollen die Gewerkschaften ein Angebot der Betreiberfirma Woodside in Grundzügen angenommen haben. Ungelöst blieb zuletzt jedoch weiterhin der Tarifstreit an zwei weiteren LNG-Anlagen, die vom US-Konzern Chevron betrieben werden.
Shell-Managerin schaltet sich ein
Australien beliefert in erster Linie den asiatischen Markt. Sollten diese Lieferungen aber ausfallen, könnten eigentlich für Europa vorgesehene Gasladungen etwa aus den USA umgeleitet werden und das Angebot hierzulande verknappen.
Mögliche Streiks in Australien waren zuvor tagelang das bestimmende Thema auf den europäischen Gasmärkten gewesen. Am Mittwoch äußerte sich auch der britisch-niederländische Energieriese Shell zur Lage.
Deutsche Speicher zu 93 Prozent voll
Die Märkte in Nordasien und Europa seien mit Blick auf Angebot und Nachfrage gut ausgeglichen, sagte Managerin Zoe Yujnovich laut Nachrichtenagentur Reuters vor Journalisten und verwies beispielsweise auf die hohen Gasspeicherfüllstände. (Die ZfK berichtete.) Die deutschen Speicher sind mittlerweile im Schnitt zu gut 93 Prozent voll.
Es sei zuletzt nicht zu signifikanten Preisabsicherungen oder veränderten Einkaufsstrategien gekommen, führte Yujnovich aus. Aus ihrer Sicht hätten die Märkte weltweit etwas überreagiert. (aba/dpa)
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